Bankräuber ging auf Wachmann los: Verfolgt und verhaftet

16. Oktober 2006, 20:30
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Bei einem weiteren Überfall auf ein Geldinstitut wurde trotz "energischen" Vorgehens des Täters niemand verletzt

Wien - Ein rabiater Bankräuber hat sich am Montag zu Mittag in einem Sicherheitsbeamten eines Wiener Geldinstituts den falschen Gegner ausgesucht. Trotzdem der Kriminelle auf den Wachmann der Firma Securitas losgegangen war, konnte dieser den Flüchtenden am Weg zu seinem Auto im Bezirk Hernals stoppen. Der Räuber wurde von der Polizei verhaftet. Bei den Einvernahmen gab er an, dass er ohnehin aufgeben hatte wollen, so Major Gerhard Winkler von der KD1.

Mit vorgehaltener Pistole

Der Sicherheitsbeamte erzählte der Exekutive jedoch eine andere Geschichte: Der Räuber sei gegen 12.20 Uhr in die BA-CA-Filiale in der Dornbacher Straße 69 gekommen und zielstrebig auf den Wachmann zugegangen. Er soll den Securitas-Mitarbeiter gepackt und mit einer Spielzeug, die einer echten Waffe täuschend ähnlich sah, bedroht haben. Mit vorgehaltener "Pistole" zwang er den Wachmann und eine Bank-Angestellte, sich auf den Boden zu legen.

Handgemenge

Der Verdächtige, ein Österreicher, "ging sehr energisch vor", berichtete der Ermittler. Von der Kassierin verlangte der mit Strumpfmaske und schwarzer Baseball-Kappe maskierte Kriminelle, Geld in ein mitgebrachtes Sackerl zu stopfen. Dann lief er zu Fuß davon - verfolgt von dem Sicherheitsbeamten, der ihn in unmittelbarer Nähe der Bank beim Fluchtauto des Räubers einholte. Es kam zu einem Handgemenge, laut eigenen Angaben überwältigte der Wachmann den Verdächtigen. Dieser wiederum gab an, dass er sich ohnehin ergeben hatte wollen.

Keine Verletzten

Verletzt wurde bei dem Überfall niemand. Die Beute gab die Polizei an das Geldinstitut zurück. Mit dem Delikt von Montagmittag befindet sich die Bundeshauptstadt im Jahr 2006 weiterhin auf Rekordkurs bei Verbrechen in Geldinstituten: Seit 1. Jänner wurden 60 Banken beraubt. Das Jahr 2004 führt das Ranking mit 67 Überfällen in 365 Tagen an. (APA)

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