Genmutation verdoppelt Autismus-Risiko

27. Oktober 2006, 12:59
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Verändertes MET-Gen auf Chromosom 7

Washington/New York - US-Forscher haben eine Genmutation gefunden, die das Autismus-Risiko mehr als verdoppelt. Die Veränderung betrifft das so genannte MET-Gen auf Chromosom 7. Dieses Gen spielt eine Rolle bei der Entwicklung des Hirns, der Steuerung des Immunsystems und der Fähigkeit des Körpers, Störungen im Magen- und Darmbereich zu beheben. Pat Levitt von der Vanderbilt-Universität in Nashville (US-Bundesstaat Tennessee) und Kollegen stellen ihren Fund in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"; Online-Vorabveröffentlichung) vor.

Autismus ist eine Persönlichkeitsstörung, bei der sich die Betroffenen von ihrer Umwelt abkapseln und in die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt versinken. Autistische Kinder liegen meist in der Sprachentwicklung zurück. Sie zeigen vermindertes Interesse an ihrer Umwelt und fallen durch wiederholte Verhaltensweisen auf.

Die Ursachen für Autismus sind nicht ausreichend geklärt, die Forscher betonen aber das familiäre Risiko der Störung. So liege in Familien mit einem autistischen Kind das Risiko der Geschwister, ebenfalls diese Störung zu entwickeln, 35fach über dem in anderen Familien. Vermutlich sind mehrere Erbanlagen am Autismus-Risiko beteiligt. Die Forscher hoffen, über die Genmutation mehr über Veränderungen im Hirn autistischer Menschen zu erfahren, welche die Symptome der Krankheit auslösen. (APA/dpa)

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Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.0605296103)
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