Keine Mehrwertsteuererhöhung beim Mobilfunker E-Plus

24. Oktober 2006, 10:25
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Andere Mobilfunkkonzerne wollen Anhebung der Umsatzsteuer an Bestandskunden weitergeben

Deutschlands drittgrößter Mobilfunkanbieter E-Plus will die Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht an seine Kunden weitergeben. E-Plus werde stattdessen zum 1.Januar die Nettopreise so senken, dass es bei den bisherigen Tarifen bleibe, teilte das Unternehmen am Montag mit. "Dies gilt für alle Kunden, unabhängig davon, welchen Tarif sie nutzen", betonte das Unternehmen.

Kundenfreundlicher

E-Plus zeigt sich damit wesentlich kundenfreundlicher als die Konkurrenz. Denn Marktführer T-Mobile und auch O2 wollen einer AP-Umfrage zufolge zumindest den Kunden mit alten Verträgen die von 16 auf 19 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer voll in Rechnung stellen. Lediglich bei in diesen Wochen neu eingeführten Tarifen versprechen sie ihren Kunden Preisstabilität auch über das Jahresende hinaus. Bei Vodafone ist die Entscheidung über die Behandlung der Altverträge nach Angaben eines Sprechers noch offen.

Deutschlands größter Mobilfunkanbieter T-Mobile zeigte sich von der Offensive von E-Plus unbeeindruckt. Unternehmenssprecherin Ramona Stahl sagte: "Bei Bestandskunden werden wir die Mehrwertsteuererhöhung weitergeben müssen." Eine Ausnahme macht der Konzern allerdings bei den Kunden, die in die Ende August vorgestellten neuen Tarife wie Max, Relax 1000 oder Xtra smart wechseln. Bei diesen Tarifen verzichtet auch der Marktführer auf eine Anpassung zum Jahreswechsel. Ein Wechsel in diese Tarife sei ohnehin für die Kunden lukrativ, weil T-Mobile die Preise nach unten korrigiert habe, meinte Frau Stahl.

Ähnlich verfährt auch Deutschlands kleinster Mobilfunkanbieter O2. "Wir werden die Mehrwertsteuererhöhung eins zu eins an die Bestandskunden weitergeben", sagte Sprecherin Nadine Kleinert. Bei den neuen Tarifen, die rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft bekannt gegeben werden sollen, werde dagegen auf den Aufschlag zum Jahreswechsel verzichtet.

"Bei den aktuellen Tarifen, die man jetzt buchen kann, gibt es Preisstabilität."

Auch Vodafone-Sprecher Jens Kürten betonte: "Bei den aktuellen Tarifen, die man jetzt buchen kann, gibt es Preisstabilität." Was ältere Verträge angehe, sei die Entscheidung noch offen.

E-Plus hatte bereits in den vergangenen Monaten mit preisaggressiven Angeboten wie dem Prepaid-Angebot Simyo und dem Flat-Rate-Angebot Base für einen Preisverfall auf dem deutschen Handy-Markt gesorgt. Mit dem Verzicht auf die Weitergabe der Mehrwertsteuererhöhung stärkt der Düsseldorfer Anbieter nun erneut sein Image als Preisbrecher.

In einem offen Brief appellierte E-Plus-Chef Michael Krammer zugleich an andere Unternehmen, dem Beispiel von E-Plus und einigen Handelskonzernen zu folgen und die Steuererhöhung nicht an die Kunden weiterzugeben. "Das Land hat fünf Jahre gebraucht, um sich von den Konsum hemmenden Folgen der Euroeinführung zu erholen. Die Unternehmen stehen jetzt in der Verantwortung, den Konjunkturanstieg nicht durch eine blinde Weitergabe der Mehrwertsteuererhöhung oder gar durch Preiserhöhungen zu gefährden", meinte Krammer. Eine Verunsicherung der Verbraucher werde die Unternehmen am Ende allemal teuerer zu stehen kommen als eine Senkung der Nettopreise.(APA)

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