Alvaro Pombo erhält angesehenen Planeta-Preis

31. Oktober 2006, 12:42
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Für Roman "La Fortuna de Matilda Turpin" - Jury wollte mit anerkanntem Schriftsteller wohl auf Nummer sicher gehen - Mit 601.000 Euro dotiert

Barcelona - Der spanische Schriftsteller Alvaro Pombo wurde am Sonntagabend in Barcelona für seinen Roman "La Fortuna de Matilda Turpin" ("Das Glück der Matilda Turpin" bzw. "Das Vermögen der Matilda Turpin") mit dem diesjährigen Planeta-Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 601.000 Euro die höchstdotierte Literaturauszeichnung in der spanischsprachigen Welt.

Die Wahl des 67-Jährigen Schriftstellers aus der nordspanischen Hafenstadt Santander war allerdings keine Überraschung. Schon seit längerem wurde er als Favorit auf den angesehenen Literaturpreis gehandelt. Alvaro Pombo gilt als einer der renommiertesten spanischen Schriftsteller und ist Mitglied der Königlichen Sprachakademie. Mit Romanen wie "Der Held der Mansarden von Mansard", "Leichte Vergehen" und "Die Elle des Glücks" (auf Deutsch bei Klett-Cotta erschienen) wurde Pombo auch über die spanischen Grenzen hinaus bekannt.

Anerkannter Schriftsteller: Jury wollte wohl auf Nummer sicher gehen

Mit der Wahl eines anerkannten Schriftstellers wie Pombo wollte anscheinend aber auch die Jury auf Nummer sicher gehen. Im vergangenen Jahr hagelte es förmlich Kritiken an der Auswahl der Preisfinalisten, nachdem selbst der berühmte Schriftsteller und Jurymitglied Juan Marsé einige der für die Endausscheidung vorgesehenen Romane als "abgrundtief schlecht" bezeichnete. Alvaro Pombos literarisches Niveau ist hingegen kaum in Frage zu stellen. Er gilt zudem als einer der "philosophischsten Schriftsteller Spaniens", wobei Spaniens größte Tageszeitung "El País" ihn sogar als würdigen Nachfolger von Miguel de Unamuno ansieht.

Alvaro Pombo, der in seinen Romanen zumeist von Rebellion, Theologie, Mystik und Weiblichkeit erzählt, schreibt in seinem prämierten Werk "La Fortuna de Matilda Turpin" erneut über Themen wie Liebe und Groll. "Mein Roman handelt vom Leben einer Frau unserer Zeit, die ihre geschäftlichen Aktivitäten mit der Hausarbeit zu verbinden versucht. Es ist das Drama eines modernen Ehepaares, welches mit anschaut, wie sich die Rolle der Frau in der Welt verändert", erklärte der Schriftsteller während der Preisvergabe. Hauptthemen sind wie in vielen Romanen Pombos die Liebe und der Groll. Er selbst bezeichnet sich als "langsamen und bedächtigen Schreiber".

Zweiter Preis an Marta Rivera de la Cruz

Der mit immerhin noch mit 150.000 Euro dotierte zweite Planeta-Preis ging in diesem Jahr an die aus Galicien stammenden Schriftstellerin Marta Rivera de la Cruz. In ihrem Werk "El tiempo de los prodigios" (In einer Zeit der Wunder) erzählt Rivera de la Cruz vom Leben eines Rentners, der nach dem Tod seiner krebskranken Frau sein Haus verlassen muss. "Mit meinem Werk wollte ich vor allem erklären, dass es immer einen Grund gibt, weiter zu leben und zu kämpfen", sagte Rivera de la Cruz nach der Preisvergabe. (APA)

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