Sigmund Freud interdisziplinär

16. Oktober 2006, 12:59
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Tagung am Dienstag in Wien

Wien - Mit dem "interdisziplinären" Sigmund Freud beschäftigt sich am Dienstag (17. Oktober), die Tagung "Sigmund Freud's Pioneering Approach to Mind, Brain and Behaviour" in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Dabei sollen "nicht die üblichen Leute zu Freud sprechen, sondern auch Personen aus anderen Disziplinen ihn würdigen", betonte die Psychoanalytikerin und Psychoanalyseforscherin Patrizia Giampieri-Deutsch bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien.

Dabei soll unter anderem unterstrichen werden, dass die Psychoanalyse nicht nur eine Therapie, sondern auch eine Wissenschaft sei, so Giampieri-Deutsch. So sei etwa Freud selbst "Neurowissenschafter, in der Philosophie gut ausgebildet und kein Neuling in der Theorie der Wissenschaften" gewesen. Seine Vergangenheit als Neurowissenschafter habe er auch in seine Arbeit integriert. Allerdings sei die Neurowissenschaft selbst damals nicht in der Lage gewesen, Brücken zu einer Theorie des Mentalen zu schaffen - wie dies heute etwa durch die "Neuro-Psychoanalyse" geschieht, die in einem Vortrag von Fred Levin (Chicago Institute for Psychoanalysis) beleuchtet wird.

Der Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, Peter Kampits, widmet sich bei der Tagung etwa der "Freudlosigkeit Freuds mit der Philosophie", der Pharmakologe Wilhelm Fleischhacker Freuds Forschung zu Kokain und der Sprachwissenschafter Wolfgang Dressler den Fehlleistungen aus der Sicht der Linguistik. (APA)

Freuds's Memorial Meeting "Sigmund Freud's Pioneering Approach to Mind, Brain and Behaviour" am 17. Oktober von 09.30 bis 18.30 Uhr im Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
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