Bald ist's soweit: Wettersatellit Metop soll am Dienstag starten

17. Oktober 2006, 14:19
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Wegen Raketen-Problemen war der Start schon mehrmals verschoben worden

Darmstadt/Wien - Der neue europäische Wettersatellit Metop soll nun am Dienstag Abend (17. Oktober) starten, teilte das österreichische Weltraumunternehmen Austrian Aerospace am Montag mit. Der ursprüngliche Starttermin an Bord einer russischen Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus war für den 17. Juli vorgesehen gewesen. Er musste aber auf Grund technischer Probleme bei der Rakete mehrmals verschoben werden. Metop ist der erste europäische Wettersatellit mit polarer Umlaufbahn.

Die Metop-Reihe

Insgesamt besteht die Metop-Reihe aus drei baugleichen Satelliten, die bis 2020 präzise Daten über Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Windrichtung liefern. Auf ihrer polaren Umlaufbahn in rund 850 Kilometern Höhe werden die Satelliten die Erde deutlich tiefer als die in 36.000 Kilometer Höhe befindlichen geostationären Satelliten umrunden und dadurch wesentlich mehr Details der Erdoberfläche "sehen". Damit soll das System der älteren Meteosat-Wettersatelliten ergänzt werden, die seit Ende der siebziger Jahre von der auch für Metop verantwortlichen Gesellschaft Eumetsat betrieben werden.

Wetterprognose

Veronika Zwatz-Meise von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik freut sich nicht nur auf die hoch aufgelösten Bilder von Wolken, Landoberflächen und Ozeanen, die den Meteorologen u.a. bei der kurzfristigen Wettervorhersage, etwa bei Unwetterwarnungen, helfen. "Noch viel mehr wird die Wetterprognose von der enormen Menge an Messungen profitieren, die Metop liefern wird. Diese Daten fließen in die Computermodelle für die Wettervorhersage ein, wodurch der Zustand der Atmosphäre noch viel besser simuliert wird", so Zwatz-Meise.

Am Projekt Metop gibt es eine starke österreichische Beteiligung: Austrian Aerospace hat für drei Instrumente an Bord des Satelliten die digitale Signalverarbeitung entwickelt und gebaut und zeichnet darüber hinaus für die Thermalisolation und das Boden-Equipment des Satelliten verantwortlich. Der Gesamtauftragswert für das Unternehmen liegt bei 20 Mio. Euro, die Gesamtkosten für die drei Satelliten bei 2,4 Mrd. Euro. (APA)

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