Randale mit Nachspiel

20. Oktober 2006, 15:00
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Rapid-Trainer Pacult er­litt bei Sturm die erste Niederlage, gewaltbe­reite Fans verursachten einen Großeinsatz der Grazer Polizei

Graz - Die erste Niederlage unter Trainer Peter Pacult hat am Sonntag ein siegloses Auswärtsjahr für den österreichischen Rekordmeister SK Rapid Wien besiegelt. Die Hütteldorfer unterlagen Sturm Graz in der UPC-Arena nach enttäuschender Vorstellung mit 0:2 und warten damit weiter auf den ersten vollen Erfolg in der Fremde seit dem 2:0 im Wiener Derby am 22. Oktober 2005 im Horr-Stadion. Der finanziell seit Monaten entlang des Abgrundes wandelnde Grazer Traditionsverein stieß mit dem verdienten Heimsieg hingegen vom letzten auf den fünften Tabellenplatz vor.

"Heute waren wir klar besser"

Für die negativen Höhepunkte eines sonnigen Herbst-Nachmittages sorgten Teile der zahlreichen mitgereisten Rapid-Anhänger sowie einige Sturm-"Fans", die vor, während und nach der Partie randalierten. Die Laune des siegreichen Trainers der Grazer, Franco Foda, konnten aber selbst diese Chaoten nicht trüben. "Unser Sieg ist verdient", erkannte der Deutsche, der mit seiner Mannschaft mit drei Minuspunkten in die Saison gestartet war und mittlerweile bei 14 Zählern hält.

Foda hatte seine Truppe offensichtlich mit der goldrichtigen Taktik aufs Spielfeld geschickt. "Wir haben von Anfang an aggressiv gespielt, denn wir haben gewusst, dass auch Rapid so agieren wird. Meine Mannschaft hat gut kombiniert", war der Sturm-Coach voll des Lobes. Und auch sein Präsident Hannes Kartnig, dem das Finanzamt zur Zeit schlaflose Nächte bereitet, war unmittelbar nach dem Schlusspfiff für wenige Augenblicke vom Existenzkampf "seines" Klubs abgelenkt.

"Heute waren wir klar besser", meinte Kartnig, der bis kommenden Freitag um die Abwendung des drohenden Konkurses kämpfen muss. "Das war ein verdienter Sieg, der auch höher hätte ausfallen können. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie trotz aller Schwierigkeiten im Verein mental sehr stark ist." Enttäuscht war naturgemäß Rapid-Trainer Pacult: "Ein verdienter Sieg für Sturm. Wir haben in der ersten Hälfte zu wenig getan. Es war eine nicht erwartete Niederlage. Meiner Mannschaft haben Laufbereitschaft und Aggressivität gefehlt."

"Wir dürfen nicht zögern, auch Stadionverbote auszusprechen"

Die gewaltsamen Vorfälle im und ums Stadion werden laut Bundesliga-Aussendung vom Montagvormittag ein Nachspiel haben. Etwa 200 Polizisten standen im Einsatz, es gab insgesamt 17 Festnahmen, davon 14 vorläufige, berichtete Oberstleutnant Alfred Kronawetter vom Stadtpolizeikommando Graz. Die Wiener und Grazer Fans bewarfen sich mit Pflastersteinen und gingen aufeinander los, immer wieder hätten sich Fans auch gegen Polizisten gewandt, so Kronawetter. Neben den Festnahmen hagelte es auch 14 Verwaltungs- und 10 strafrechtliche Anzeigen - die Zahl könne sich im Zuge der Ausforschung noch erhöhen. Fünf Polizisten erlitten leichte Verletzungen, ein Polizeifahrzeug wurde beschädigt.

"Es ist die Pflicht der Gremien der Bundesliga, die entsprechenden Maßnahmen zu setzen bzw. die Beteiligten zur Verantwortung zu ziehen. Wir dürfen nicht zögern, auch Stadionverbote auszusprechen", stellte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl klar. Von einem Verfahren beim Senat 1 (Strafsenat) sei auszugehen. "Wir können aber nur jene Vorfälle ahnden, die innerhalb des Stadions passiert sind. Alle Geschehnisse außerhalb sind Sachen der Behörden."

Manfred Komericky, Kommandant der Kobra Graz und bei der als Risikospiel eingestuften Partie technischer Delegierter der Bundesliga, berichtete dazu: "Innerhalb des Stadions hat es nur einen Vorfall gegeben. Erst im Bereich rund um den Ostbahnhof, wo der Sonderzug nach Wien gewartet hat, war ein Einschreiten der Polizei notwendig."(APA)

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    Gesunde Härte am Spielfeld, auf den Rängen und rund um die UPC-Arena sah es anders aus.

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