Arbeiterkammer testete Musik- Downloads: Verwirrend und oft ärgerlich

11. Jänner 2008, 18:14
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Beim Herunterladen von Musik aus dem Internet viele Stolpersteine - Unterschiedliche Dateiformate - Klarere Information und bessere Gewährleistung gefordert

Wer sich Musik aus dem Web herunterlädt, scheitert oft schon an der Technik, braucht jedenfalls viel Zeit und Geduld. Das ist das kurz gefasste Resultat eines Tests, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) im Juli und August bei neun Musikportal-Anbietern durchgeführt hat. Für User gebe es noch sehr viele Hürden, heißt es. Und: "Es ist nicht auf den ersten Blick erkennbar, was man für den Preis bekommt", so AK Konsumentenschützer Harald Glatz in einer Aussendung.

Test

Untersucht wurden die Anbieter iTunes, Aon, One4music, Al-lofmp3, Emusic, Msn/Music, Dm Drogeriemarkt, Medion, Finetunes. "Die Anbieter sind kaum zu vergleichen, da sie sowohl vom Angebot als auch von der Bedienung sehr unterschiedlich sind", so Glatz. Bei den meisten Anbietern gebe es erst umfangreiche Registrierungsverfahren, Dateiformate von Anbieter und PC bzw. Abspielgerät passten oft nicht zusammen. Ärgerlich sei auch, dass einige deutsche Anbieter erst kurz vor Ende des Kaufvorganges offenbaren, dass nach Österreich nicht verkauft wird. "Und das, obwohl im Internet grenzüberschreitende Geschäfte üblich sind", betont Glatz.

"Was er tun kann oder lassen soll, sieht der User nicht auf den ersten Blick, sondern muss er erst mühsam in den Geschäftsbedingungen nachlesen."

Die Nutzungsbedingungen seien teilweise äußerst kompliziert, so Glatz: "Was er tun kann oder lassen soll, sieht der User nicht auf den ersten Blick, sondern muss er erst mühsam in den Geschäftsbedingungen nachlesen." Nur wenige Anbieter hätten kostenlose Re-Downloads, wenn der erste Versuch gescheitert ist.

Klarheit gefordert

Daher fordert die AK klarere Informationen und einfache, leicht verständliche Nutzungsbedingungen für die Nutzer. So soll es beispielsweise eine Geräteliste geben, wo Konsumenten sofort sehen, auf welchem Gerät sich die Musik abspielen lässt. Will der Anbieter nur Nutzer aus einem bestimmten Land akzeptieren (Prüffaktor z. B. Ausgeberland der Kreditkarte) sollte er bereits auf der Startseite deutlich darauf hinweisen. Außerdem sollen Verbraucher auf der Musikanbieter-Homepage auch mehrere Dateiformate zur Auswahl haben, damit sie die gewünschten Lieder auch tatsächlich herunterladen können. Eine kostenlose Nachlademöglichkeit bei einem gescheiterten Download sollte allgemeiner Standard sein, so die AK, die ebenso erhöhte Sicherheit für die Konsumenten fordert, dass die Musikdateien mit der eingesetzten Technik auch nach längerer Zeit problemlos verwendet werden können. (APA)

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