Mediale Begeisterung für Hillary Clintons als Senatorin

19. Oktober 2006, 15:39
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"New York Times" "beeindruckt von ihrer Kompetenz" - Wiederwahl der Ex-First Lady gilt als "Aufwärmrunde" für Präsidentenwahlen

New York/Wien - Die "New York Times" tritt "mit Begeisterung" für eine Wiederwahl Hillary Clintons als Senatorin für New York bei den US-Kongresswahlen am 7. November ein. Die linksliberale New Yorker Tageszeitung zeigte sich in ihrer Sonntag-Ausgabe "beeindruckt von ihrer Kompetenz selbst angesichts der obskursten Detailprobleme von New York".

In dem Leitartikel wird aber auch darauf Bezug genommen, dass es kein Geheimnis sei, dass die Frau von Ex-US-Präsident Bill Clinton bei den nächsten Präsidentenwahlen im Jahr 2008 eine Kandidatin der Demokraten sein werde. In diesem Zusammenhang erhebe sich lediglich die Frage, ob Clinton "die großen Themen der Gegenwart direkt ansprechen kann, ohne sorgfältig jeden Satz zurecht zu trimmen, um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen".

"Aufwärmrunde"

Die Wiederwahl der früheren First Lady in den New Yorker Senats-Sitz galt aber auch zuvor bereits als ausgemachte Angelegenheit. Sie hat in der Hochburg der Demokraten nichts zu befürchten, ihr republikanischer Gegenkandidat John Spencer konnte ihr kaum Paroli bieten. Beobachter gehen eher davon aus, dass sich die 58-jährige im Senatswahlkampf für eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in zwei Jahren "aufwärmt".

Amtsinhaber Edward Kennedy

Ebenfalls keine Diskussion gibt es über einen zweiten, von den Demokraten gehaltenen Senatssitz, den von Massachusetts. Und das seit Jahrzehnten: Amtsinhaber Edward Kennedy, seit 44 Jahren ununterbrochen Vertreter seines Staates am Capitol Hill, stellt sich am 7. November zum mittlerweile bereits achten Mal der Wiederwahl - und er wird sie auch erhalten. Der mittlerweile 74-jährige, als Patriarch aller liberalen Demokraten geltende Kennedy war 1962 erstmals in den Senat gewählt worden, nachdem sein Bruder John F. Kennedy nach seiner Wahl zum Präsidenten den Sitz zwei Jahre zuvor geräumt hatte.

"Auszähl-Königin"

Für den Senatssitz des "Sonnenschein-Staats" Florida wirft sich eine Herausforderin in die Wahlschlacht, deren Name ebenfalls nicht unbekannt ist: Katherine Harris, einst Floridas Innenministerin, nützte bereits vor vier Jahren ihre als "Auszähl-Königin" im Rechtsstreit um die Präsidentschaft zwischen George W. Bush und Al Gore gewonnene Bekanntheit (sie erklärte Bush zum Sieger, bevor noch alle Stimmen ausgezählt waren) und zog ins Repräsentantenhaus ein.

Jetzt will die Republikanerin eine Etage höher, auch wenn die Unterstützung ihrer eigenen Partei Grenzen hat, verbrauchte sie doch Wahlkampfhelfer durch einen Hang zu Schreikrämpfen und schockierte liberale Wähler mit Aussagen wie "Wer keine Christen wählt, legalisiert die Sünde". (APA)

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    Hillary Clinton.

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