Weltpremiere für Richard Geres "The Hoax"

27. Oktober 2006, 14:40
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Schauspieler berichtete, dass er mit Dreharbeiten für Film über Bosnien-Krieg beschäftigt sei - Großes Lob in Rom auch für neuen Film von Scorsese

Rom - Mit der Weltpremiere des Films "The Hoax" des Regisseurs Lasse Hallström hat der US-Star Richard Gere am Sonntag beim Filmfest in Rom stürmischen Beifall geerntet. Im Film spielt er die Rolle Clifford Irvings, eines frustrierten Schriftstellers, der eine Wende in seiner Karriere sucht. Mit einem Freund beschließt Irving, einem Verlag eine falsche Biografie des US-Milliardärs Howard Hughes zu verkaufen. Irving verstrickt sich immer mehr in seine Lügen, bis er entlarvt wird. Das Drehbuch stammt aus einer Biografie von Irving selbst, die Mitte der siebziger Jahre für Aufsehen gesorgt hatte.

"Ich habe viel gearbeitet, um die vielfältige Persönlichkeit Irvings glaubwürdig zu gestalten. Im Film geht es grundsätzlich um das Problem der wechselhaften Beziehungen zwischen Wahrheit und Lügen. Lügen sind ein Virus, der sich immer mehr verbreiten kann, wenn man ihn nicht rechtzeitig aufhält", sagte Gere bei einer Pressekonferenz nach der Vorstellung des Films.

Der 57-jährige Gere berichtete, dass er mit den Dreharbeiten eines neuen Films über den Bosnien-Krieg beschäftigt sei. Der Streifen des Regisseurs Richard Shepard wird derzeit in Kroatien gedreht. Der vorläufige Titel des Films lautet: "Spring Break In Bosnia".

Großes Lob in Rom auch für neuen Film von Scorsese

Großes Lob erntete in Rom auch der neue Film des US-Regisseurs Martin Scorsese "The Departed". Im Film geht es um den blutigen Krieg zwischen Mafiabanden um die Kontrolle des Rauschgifthandels in Boston. Ein Polizist (Leonardo diCaprio) tarnt sich als Mafioso und wird zum engsten Mitarbeiter des irischen Mafiabosses Frank Costello (Jack Nicholson). Der Polizist versucht dabei, einen Komplizen Costellos bei der Polizei zu entlarven. "Der Film hat mich ganz in Anspruch genommen. Ich wollte diesmal die irische Mafia in den Vordergrund stellen. Es war ein ehrgeiziges Projekt, das ich mit der vollen Unterstützung der Filmproduktionsgesellschaft Warner Brothers durchführen konnte", sagte Scorsese bei der Pressekonferenz in Rom. Vertrauen und Loyalität seien die Grundbegriffe des Films, mit dem er die fatalistische Lebenseinstellung der Iren hervorheben wollte.

Scorsese lobte das Talent DiCaprios, mit dem er bei unterschiedlichen Filmen bereits seit sechs Jahren zusammenarbeitet. "Wir haben einen unterschiedlichen Charakter, aber auch wenn ich 30 Jahre älter bin, sind die Instinkte sehr ähnlich. Instinkt ist für einen Schauspieler sehr wichtig, und Leonardo DiCaprio inspiriert mich", berichtete Scorsese.

Der US-Regisseur hegt weitere ehrgeizige Projekte. Er plane einen Streifen, der sich auf einen japanischen Roman stützt. "Ich wollte diesen Film schon seit 15 Jahren drehen", erklärte Scorsese. Er wolle dabei neue Wege der Regie erforschen. "Sollte ich auf andere Bücher stoßen, wie bei "The Departed" oder "The Aviator", würde ich die Chance aber nicht vorübergehen lassen. Diese Art von Filmen sind für mich wie eine Droge", sagte Scorsese. (APA)

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