Vom Koreakrieg zum Atomwaffentest

27. Juli 2007, 14:46
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Der Konflikt zwischen den USA und Nordkorea seit 1950

Juni 1950: Nordkoreanische Truppen überschreiten die Demarkationslinie auf der koreanischen Halbinsel. Der Koreakrieg beginnt. Die Sowjetunion boykottiert den Weltsicherheitsrat. Deshalb gibt es kein Veto, als beschlossen wird, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen. Auf Betreiben der USA wird eine UNO-Streitmacht aufgestellt, das weitaus stärkste Truppenkontingent stellen die USA. China unterstützt Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee. Auf die Frage, ob die USA Atombomben benutzen würden, falls der Krieg schlecht laufen würde, sagte der damalige US-Präsident Harry S. Truman: "Alle Waffen, die wir haben."

1953: US-Präsident Dwight D. Eisenhower sagt, er würde alle Zurückhaltung in der Benützung von Waffen aufgeben, falls die nordkoreanische Regierung nicht den Krieg beende. Ein Waffenstillstandsabkommen wird von einem US-General im Namen der UNO unterzeichnet.

1957: Die USA stationieren nuklear-bestückte Matador-Raketen in Südkorea. Später kommt nukleare Artillerie hinzu.

1977: Pjöngjang erlaubt Inspektionen durch die Atomenergiebehörde (IAEO). 1985: Die USA entdecken einen weiteren Reaktor. Nordkorea stimmt zu, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten.

1990: US-Geheimdienste entdecken verdächtige Anlagen.

1994: Die Clinton-Administration warnt Nordkorea, dass eine Wiederaufbereitung von Plutonium eine militärische Aktion hervorrufen könne.

Oktober 2002: Der US-Sondergesandte James Kelly legt Nordkorea Beweise für ein verdecktes Programm des Staates zur Uran-Anreicherung vor. Nordkorea erklärt sein Recht, "nicht nur Atomwaffen zu besitzen".

Dezember 2002: Nordkorea erklärt, den Reaktor in Yongbyon wieder anzufahren, die dortigen Überwachungseinrichtungen der IAEO abzubauen und IAEO-Kontrolleure auszuweisen.

Jänner 2003: Nordkorea tritt aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.

August 2003: Erste Runde der Sechs-Parteien-Gespräche in Peking. Mit Nordkorea verhandeln die USA, Südkorea, Japan und Russland unter Vermittlung Chinas.

Oktober 2003: Nordkorea erklärt, seine "nukleare Abschreckung" verstärkt zu haben, und zwar mit Hilfe von Plutonium, das aus Brennstäben aufbereitet worden sei.

Februar 2004: Der Erbauer der pakistanischen Atombombe, Abdul Qadeer Khan, gibt zu, Nordkorea, den Iran und Libyen mit Uran-Technik versorgt zu haben. In Peking beginnt die zweite Runde der Sechs-Parteien-Gespräche.

Februar 2005: Nordkorea erklärt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben und sich auf unbestimmte Zeit aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurückzuziehen.

Juli 2006: Nordkorea testet Militärraketen, darunter eine Langstreckenrakete, die Experten zufolge Ziele im US-Bundesstaat Alaska erreichen kann.

Oktober 2006: Nordkorea meldet seinen ersten Atomwaffentest. (DER STANDARD, Printausgabe 16.10.2006)

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    US-Präsident Harry S. Truman schließt den Einsatz der Atombombe nicht aus.

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    Kim Il Sung war ab 1948 bis zum Tode 1994 Machthaber Nordkoreas.

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