SPÖ fordert roten Finanzminister

19. Oktober 2006, 17:02
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Burgstaller: ÖVP mit "Team der Verletzten" - Pröll: Politisches Klima "total vergiftet"

Wien - Die SPÖ fordert in den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP einen roten Finanzminister. "Der Finanzminister ist der wichtigste Mitarbeiter eines Bundeskanzlers. Den muss auf jeden Fall die SPÖ stellen", sagt Oberösterreichs Parteichef Erich Haider in der Tageszeitung "Österreich" (Sonntags-Ausgabe). Sollte bis Anfang Dezember keine Koalition stehen, sieht Haider den Bundespräsidenten gefordert. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bezeichnet das ÖVP-Verhandlungsteam wegen der am Freitag betriebenen Vergangenheitsbewähltigung als "Team der Verletzten".

Inhalte gefordert

Die ÖVP hatte bei der ersten Verhandlungsrunde mit der SPÖ darauf bestanden, die gegenseitigen Untergriffe im Wahlkampf noch einmal zu thematisieren. Burgstaller fordert nun, dass bei der zweiten Runde am Dienstag über Inhalte gesprochen wird. Ansonsten "würde ich sehr grantig werden", sagt die SP-Verhandlerin in "Österreich": "Wenn wir am Dienstag nicht endlich über Inhalte sprechen sondern weiter über die Vergangenheit, dann werde ich auf den Tisch hauen."

Erwin Pröll: Politisches Klima "total vergiftet"

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) sieht das politische Klima in Österreich dagegen nach wie vor "total vergiftet" und noch nicht alle Scherben aus dem Wahlkampf beseitigt. Außerdem ärgert sich Pröll darüber, dass Bundespräsident Heinz Fischer als Oberbefehlshaber des Bundesheeres keine "klare Position" in der Eurofighter-Frage bezogen habe. Einen Eurofighter-Untersuchungsausschuss sieht Niederösterreichs VP-Chef "beim jetzigen Diskussionsstand" aber nicht als Grund, die Koalitionsverhandlungen platzen zu lassen. Er hofft auf einen Abschluss der Gespräche "in sechs bis acht Wochen". (APA)

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