Reaktionen: Bush: "Starke Botschaft"

18. Oktober 2006, 18:53
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US-Präsident: "Koreanische Halbinsel muss atomwaffenfrei bleiben" - Südkorea unterstützt UN-Sanktionsbeschlüsse

Washington - US-Präsident George W. Bush hat die UN-Resolution gegen Nordkorea begrüßt. Der Weltsicherheitsrat habe Nordkorea "eine starke Botschaft" wegen dessen Atomwaffenprogramm gesandt, sagte Bush am Samstag in Washington vor Journalisten. Die Resolution zeige, dass die Staatengemeinschaft darin einig sei, dass die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei bleiben müsse. Der Sicherheitsrat hatte zuvor einstimmig eine von den USA eingebrachte Entschließung verabschiedet, die Sanktionen gegen Nordkorea wegen seines erklärten Atomwaffentests vom Montag vorsieht.

Designierter UN-Generalsekretär Ban begrüßt Nordkorea-Resolution

Der designierte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Nordkorea-Resolution des Weltsicherheitsrates begrüßt. Die Botschaft sei "sehr deutlich, überzeugend und einvernehmlich", sagte der südkoreanische Außenminister am Samstag (Ortszeit). "Ich hoffe, dass Nordkorea dieser Resolution Folge leistet", erklärte Ban. Zugleich forderte er ein zweigleisiges Vorgehen. Man dürfe sich nicht nur auf Sanktionen verlassen, sondern müsse auch den Weg des Dialogs weiter gehen.

Sechs-Parteien-Gesprächen

Nordkorea müsse ohne Vorbedingungen wieder an den Sechs-Parteien-Gesprächen mit den USA, Südkorea, China, Japan und Russland teilnehmen. Er hoffe, dass die Regierung in Pjöngjang künftig vernünftiger agiere, sagte Ban. Von der Reaktion des nordkoreanischen UN-Botschafters Pak Gil Yon sei er sehr enttäuscht. Dieser lehnte die Resolution ab und warf den Sicherheitsratsmitgliedern, sich "wie Gangster" zu verhalten. Das Gremium hatte zuvor einstimmig Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Den mutmaßlichen Atomtest vom Montag verurteilt die Resolution als "Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit".

Vor seiner Nominierung zum Nachfolger von Kofi Annan hatte Ban angekündigt, sollte er UN-Generalsekretär werden, werde er nach Nordkorea reisen - Annan hat dies nie getan. Auf die Frage, wann diese Reise geplant sei, antwortete Ban am Samstag: "Zuerst muss ich abwarten, wie sich die Situation entwickelt." Man werde sehen, wie die Resolution des Sicherheitsrates umgesetzt werde.

Südkorea unterstützt UN-Sanktionsbeschlüsse gegen Nordkorea

Südkorea unterstützt die Sanktionsbeschlüsse des Weltsicherheitsrats gegen Nordkorea. Südkorea "begrüßt und unterstützt die Resolution des UN-Sicherheitsrats zum Atomtest Nordkoreas und wird sie in gutem Glauben verwirklichen", hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Nordkorea müsse für die Folgen seines Verhaltens die alleinige Verantwortung tragen. Am Vortag hatte das höchste UN-Gremium sechs Tage nach dem nordkoreanischen Atomwaffentest einstimmig harte Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang verhängt.

Das Außenministerium bekräftigte, dass Südkorea keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel tolerieren werde. Es betonte jedoch, dass sich Seoul in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern für eine friedliche Beilegung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm einsetzen werde. Das kommunistische Nachbarland wurde aufgerufen, auf seine Atomwaffen und alle Nuklearprogramme zu verzichten und zum Atomwaffensperrvertrag zurückzukehren.

Japan prüft zusätzliche Sanktionen

Japan denkt über zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea nach, die noch über die beschlossenen Maßnahmen des UN-Sicherheitsrates hinausgehen. Derzeit würden entsprechende Möglichkeiten geprüft und er werde dann eine abschließende Entscheidung treffen, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Sonntag in Tokio. Die internationale Gemeinschaft habe mit ihrer Resolution aber bereits ein starkes Signal an Nordkorea gesandt, dass der Besitz von Atomwaffen nicht toleriert würde.

Japans Außenminister Taro Aso sagte, Japan - dessen militärische Aktionen durch die pazifistische Verfassung eingeschränkt sind - prüfe derzeit, wie es an den von den UN beschlossenen Schiffs-Inspektionen gegen Nordkorea teilnehmen könne. "Dass der UN-Sicherheitsrat die Resolution einstimmig angenommen und Kapitel 7 (der UN-Charta) eingeschlossen hat, ist ein großer Schritt voran", erklärte der japanische Außenminister. (APA/AP)

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