Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung?

24. Oktober 2006, 12:58
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Laut russischen Angaben ist Pjöngjang gesprächsbereit - Zuvor wurden den Vereinten Nationen "Gangster-Methoden" vorgeworfen

Seoul/Peking - Nordkorea ist nach Angaben eines russischen Gesandten zur nuklearen Abrüstung bereit. Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Alexejew sagte am Sonntag in Seoul, dies sei ihm während einer Reise nach Pjöngjang in der vergangenen Woche immer wieder versichert worden. Alexejew traf in Seoul den südkoreanischen Unterhändler Chun Yung Woo. Beide erklärten nach dem Treffen, man wolle sich um eine Wiederaufnahme der internationalen Atomgespräche mit Nordkorea bemühen.

Gleichzeitig äußerte sich Alexejew nach Gesprächen mit seinem nordkoreanischen Kollegen Kim Ky Kwan "vorsichtig pessimistisch" zur Frage, ob die Sechs-Parteien-Gespräche bald wieder aufgenommen werden. Die am Samstag verabschiedete Nordkorea-Resolution des Weltsicherheitsrates sei eine adäquate Antwort auf den Atomtest des Landes.

China setzt auf Dialog

China hofft nach der UN-Resolution auf eine friedliche Lösung im Atomstreit mit Nordkorea. Das chinesische Außenministerium erklärte am Sonntag, die Diplomaten des Landes hätten an der Formulierung aktiv mitgearbeitet. Die Resolution demonstriere die entschlossene Haltung der internationalen Gemeinschaft und schaffe Bedingungen für eine Lösung durch Dialog und Verhandlungen. Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag einstimmig beschlossen, Sanktionen gegen Nordkorea zu verhängen, um das Land zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu zwingen.

Nordkorea hatte zunächst den Sanktionsbeschluss des UNO-Sicherheitsrates "voll und ganz" zurückgewiesen. Pjöngjangs UNO-Botschafter Pak Gil Yon erklärte am Samstag am UNO-Sitz in New York, das höchste Gremium der Vereinten Nationen habe seine Unparteilichkeit verloren und würde doppelte Standards anwenden. Der UN-Sicherheitsrat setze "Gangster-Methoden" ein, so Pak Gil Yon. Nordkorea sei enttäuscht, dass der Sicherheitsrat nicht seiner Besorgnis über die atomaren Aktivitäten der USA und deren Militärmanövern Ausdruck verliehen habe, sagte Pak in einer vom US-Sender CNN übertragenen Stellungnahme.

Der Botschafter bekräftigte, dass am 9. Oktober Nordkorea erfolgreich einen Atomwaffentest durchgeführt habe, der angesichts der nuklearen Bedrohung durch die USA der Abschreckung und somit dem Frieden diene. Sollte der Druck der USA weiter zunehmen, werde Pjöngjang dies als "Kriegserklärung" auffassen. Pak verließ den Sitzungssaal unmittelbar nach seiner Stellungnahme. (APA)

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    Nordkoreas UNO-Botschafter Pak Gil Yon beim Warten auf den UN-beschluss in New York.

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