Kritik an Orban: "Zu nachsichtig mit Rechtsextremen"

20. Oktober 2006, 18:07
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"The Economist": Den Rassisten und Ultranationalisten gegenüber "auf beängstigende Weise nachsichtig"

Budapest - Die ungarische Regierung habe ihre Glaubwürdigkeit zu einem möglichst ungünstigen Zeitpunkt verloren, da parallel dazu auch die Wirtschaftsdaten äußerst ungünstig seien, zitieren die ungarischen Medien am Samstag die britische Wochenzeitung "The Economist". Für die Situation in Ungarn sei das "verschwenderische" Regieren der vergangenen fünf Jahre verantwortlich. Weiters hätte die veröffentlichte Rede von Premier Ferenc Gyurcsany, in der er seinen Parteigenossen eingestand, dass die Regierung "gelogen" hatte, in der Gesellschaft zu einem "Ausbruch der Wut" geführt.

"Unfähig und populistisch"

Doch auch "nicht viel besser die durch den "launischen und opportunistischen Viktor Orban geführte Opposition", deren Wahlkampagne ebenso "unfähig und populistisch" war wie jene der durch diese Opposition mit Vorliebe geschmähten Ex-Kommunisten. Dabei würde es den Anschein erwecken, dass Viktor Orban und seine Kollegen den Rassisten und Ultranationalisten gegenüber "auf beängstigende Weise nachsichtig sind", die - "in Einzelfällen auch mit Gewalttaten" - an den Demonstrationen teilnehmen.

"Starreformer"

Ungarn, einst "Starreformer" der postkommunistischen Welt, würde heute "in Schulden schwimmen", wobei das Defizit über 10 Prozent der Bruttoinlandsproduktes liege - doppelt so hoch wie von der Regierung im Wahlkampf angekündigt - und damit das höchste innerhalb der EU darstelle. Das Vertrauen der Investoren sei im Abflachen begriffen, wobei ein eventueller Ansturm auf die Landeswährung Forint zu deren Abwertung führen könnte. Das sei katastrophal für all jene Ungarn, die Kredite in Euro oder Schweizer Franken aufgenommen haben. (APA)

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