US-Bürger wegen Entführung von Rumänen im Irak zum Tode verurteilt

17. Oktober 2006, 17:30
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Verurteilter soll Komplize der Geiselnehmer gewesen sein - Todesstrafe auch für fünf Iraker

Bagdad - Ein irakischstämmiger US-Bürger ist im Irak wegen der Entführung von drei rumänischen Journalisten zum Tode verurteilt worden. Ein Sprecher der US-Botschaft in Bagdad teilte am Samstag mit, das zentrale Strafgericht in der irakischen Hauptstadt habe ihn zusammen mit fünf Irakern zum Tod durch den Strang verurteilt. Der 53-jährige Mohamed Munaf hatte als Führer der Journalisten gearbeitet und war im März vergangenenen Jahres zusammen mit ihnen entführt worden. Nach 55 Tagen wurden die vier von rumänischen Soldaten aus ihrer Geiselhaft befreit.

Komplizenschaft mit den Entführern

Die irakische Justiz wirft Munaf Komplizenschaft mit den Entführern vor. Demnach wollte er sich aus Rumänien absetzen, wo er damals gelebt hatte, weil dort gegen ihn ermittelt wurde. Für seine Flucht habe er das erhoffte Lösegeld verwenden wollen. Die rumänische Regierung reagierte überrascht auf die Verurteilung. Bukarest sei weder über den Prozessbeginn, noch über die Anklagepunkte gegen Munaf informiert gewesen, sagte ein Vertreter des Justizministeriums. Die rumänischen Justizbehörden hätten seit langem versucht, Munaf zu befragen, hätten aber keine Antwort aus Bagdad erhalten.(APA/AFP)

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