Thailand: Überschwemmungen gefährden Weltkulturerbe

17. Oktober 2006, 12:54
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Mindestens 25 buddhistische Tempelanlagen unter Wasser - Krokodilwarnung der Regierung

Bangkok - Schwere Überschwemmungen in Thailand gefährden zahlreiche zum Weltkulturerbe zählende Tempelanlagen. In der Provinz Ayutthaya trat der Fluss Chao Praya über die Ufer und überschwemmte mindestens 25 buddhistische Tempel, Festungen und Pagoden, wie der Regionaldirektor für Kunst, Anek Sihamat, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die gesamte Provinz Ayutthaya wurde wegen ihrer Vielzahl an architektonischen Schätzen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Hier befinden sich etwa 500 Paläste und buddhistische Tempel. In der Provinz residierten von 1350 bis 1767 die siamesischen Könige.

Deiche

Die berühmten Ruinen von Wat Chaipattanaram am Ufer des Chao Phraya drohten von den Wassermassen weggespült zu werden, hieß es. Zum Schutz der Anlage bauten die Behörden einen Deich und pumpten Wasser ab. "Noch 50 Zentimeter mehr Wasser und der Deich wird brechen", warnte Anek.

Sobald der Wasserstand niedriger sei, würden die Restaurierungsarbeiten beginnen, ansonsten könnten die Tempel zusammenbrechen. Die Überschwemmungen hatten Ende August nach heftigen Regenfällen begonnen. Noch immer sind 17 Provinzen im Zentrum und Norden des Landes betroffen, darunter die Hauptstadt Bangkok. Bislang kamen mindestens 48 Menschen ums Leben; zwei weitere gelten als vermisst.

Krokodilwarnung

Die Regierung in Thailand hat unterdessen nach den Überschwemmungen der vergangenen Wochen vor entkommenen Krokodilen gewarnt. Die Erfahrung lehre, dass die Reptilien, die auf Zuchtfarmen gehalten werden, Hochwasser zur Flucht nutzten, sagte der Chef der Fischereibehörde der thailändischen Nachrichtenagentur am Wochenende (Samstag).

"Das passiert jedes Jahr, bei jeder Flut", sagte Charanthada Kannasut. "Die Besitzer wissen einfach nicht, wie sie die Tiere sicher halten können." Wer ein Krokodil sehe, solle sofort die Behörden alarmieren, sagte Charanthada.

Krokodile in freier Wildbahn sind in Thailand längst ausgestorben. Das Geschäft mit den Krokodilfarmen blüht aber. Die Haut ist gefragt, und ebenso das Fleisch, das in China und anderen asiatischen Ländern als Delikatesse gilt. (APA)

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    Viele Paläste und Tempel in der Provinz Ayutthaya sind von den Wassermassen bedroht.

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