Deutscher Staatseinstieg bei EADS steht kurz bevor

30. Oktober 2006, 15:38
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Hamburger Bürgermeister laut "Spiegel": "Der Deal soll in Kürze abgeschlossen sein"

Berlin - Die bundeseigene KfW-Bankgruppe und damit der deutsche Staat stehen nach einem Magazinbericht unmittelbar vor einem Einstieg beim krisengeschüttelten Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Die Verhandlungen mit dem EADS-Großaktionär DaimlerChrysler über den Ankauf von 7,5 Prozent an EADS seien bereits weit gediehen, hieß es in einem am Samstag im Voraus veröffentlichten Bericht des Magazins "Der Spiegel".

"Der Deal soll in Kürze abgeschlossen sein." Die KfW werde den Anteil übernehmen. Ein Teil davon werde Hamburg kaufen. "Hamburg ist bereit, sich an der EADS zu beteiligen", zitierte das Magazin Bürgermeister Ole von Beust (CDU). Die Stadt ist Standort wichtiger Fertigungsteile der EADS-Tochter Airbus.

In Gesprächen mit der Bundesregierung habe DaimlerChrysler zugesichert, an seiner verbleibenden Beteiligung von 15 Prozent festzuhalten, hieß es weiter. Die KfW als Käufer von 7,5 Prozent der Aktien verfüge über genügend flüssige Mittel, um den Kauf, der etwa eineinhalb Milliarden Euro erfordern würde, zu bezahlen.

Wirtschaftsminister Glos gegen Beteiligung

Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sprach sich laut "Bild am Sonntag" gegen eine deutsche Staatsbeteiligung über die KfW aus. "Eine Beteiligung der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau würde die Sanierung erschweren", sagte er. Die Restrukturierung und Sanierung von Airbus müsse unter industrieller Führerschaft laufen.

DGB-Chef Michael Sommer wandte sich in der Chemnitzer "Freie Presse" gegen eine vorübergehende Beteiligung des Staates an EADS. Auf keinen Fall dürfe diese Beteiligung aber dauerhaft sein, sagte er. Die Regierung und Kanzlerin Angela Merkel hatten zuletzt erklärt, noch sei keine Entscheidung gefallen. (APA/Reuters)

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