Stoiber lehnt Zahlungen an BenQ-Mutterkonzern ab

19. Oktober 2006, 14:19
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"Keine weiteren Gelder mehr aus Deutschland nach Taiwan"

CSU-Chef Edmund Stoiber hat einen Zahlungsstopp an den taiwanesischen Konzern BenQ gefordert. Es sehe danach aus, dass das Management in Taiwan Verpflichtungen gegenüber des deutschen Tochterunternehmens gebrochen habe, erklärte der bayerische Ministerpräsident am Samstag auf dem CSU-Parteitag in Augsburg. Daher verlangte er: "Keine weiteren Gelder mehr aus Deutschland nach Taiwan."

Unklaren Rechtslage

Gut ein Jahr nach dem Verkauf an den taiwanesischen Konzern BenQ hatte die ehemalige Siemens-Mobilfunktochter mit rund 3.000 Mitarbeitern Ende September Insolvenz angemeldet. Siemens hatte nach eigenen Angaben BenQ für die Übernahme der defizitären Handymobil-Sparte 413 Mio. Euro überlassen und jüngst angekündigt, die letzte noch ausstehende Zahlung von mehr als 100 Mio. Euro auf ein Treuhandkonto zu überweisen. Der Schritt wurde mit einer unklaren Rechtslage zwischen dem taiwanesischen Mutterkonzern und seiner deutschen Tochter erklärt. BenQ erklärte daraufhin in Taipeh, Siemens sei zur Zahlung verpflichtet. Fließe das Geld nicht, werde Schadenersatz gefordert. Am Freitag hatte BenQ mitgeteilt, das Handygeschäft in Deutschland verändert weiterzuführen.

Kritik an Benq-Führung

Stoiber kritisierte nochmals die BenQ-Führung. "Die Manager in Taipeh haben kein Unrechtsbewusstein", sagte er. In Deutschland machten tausende Mittelständler vor, was unternehmerischer Anstand bedeute. Sie machten es sich nicht so leicht und setzten langjährige Mitarbeiter nicht gleich auf die Straße, wenn es ein paar Monate nicht so gut laufe. (apa)

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