Ahtisaari will nicht mehr für Nobelpreis vorgeschlagen werden

24. Oktober 2006, 13:01
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Balkan-Menschenrechtsexpertin Elisabeth Rehn: Nobelpreis für Ahtisaari hätte Kosovo-Gespräche durcheinander bringen können

Helsinki - Der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari (69) will künftig nicht mehr als Kandidat für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden. Ahtisaari sagte laut der Tageszeitung "Helsingin Sanomat" (Samstag-Ausgabe), er wolle "nicht jedes Jahr das Ziel das Ziel derartiger Spekulationen sein". Der 69-Jährige hatte vor Bekanntgabe des Friedensnobelpreises (an den Bangladeshi Muhammad Yunus, Anm.) am Freitag wegen seiner erfolgreichen Friedensvermittlung in der indonesischen Provinz Aceh als Favorit für die Auszeichnung gegolten.

"Ich hatte so eine Vorahnung, dass ich ihn (den Friedensnobelpreis) nicht bekommen würde", so der Vermittler-Profi. "Wenn jemals meine Chancen gut waren, dann dieses Jahr", sagte Ahtisaari gegenüber der Zeitung. Ahtisaari stellte in einer ersten Reaktion am Vortag auch die Frage in den Raum, ob der Friedensnobelpreis noch die richtige Zielgruppe erreicht und schlug gleichzeitig die Schaffung eines eigenen Nobelpreises für Entwicklungs- und Umweltarbeit vor.

Durcheinander

Seine ehemalige Gegenkandidatin im finnischen Präsidentschaftswahlkampf 1994, die Menschen- und Frauenrechts-Expertin Elisabeth Rehn, vermutet, dass Ahtisaaris derzeitiger Auftrag als Leiter der Kosovo-Statusgespräche seine Chancen auf den Friedensnobelpreis geschmälert haben könnte. Die Auszeichnung für Ahtisaari hätte die in Wien in der Schlussphase befindlichen Gespräche womöglich sogar durcheinander bringen können. Rehn war früher unter anderem als UNO-Menschenrechtsbeauftragte für Bosnien und Herzegowina sowie als Leiterin der Arbeitsgruppe Menschenrechte des Südosteuropa-Stabilitätspakts tätig. (APA)

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