Kleine Schritte Richtung Luft

31. Oktober 2006, 10:55
7 Postings

Die neue steirische Feinstaubverordnung ist im Vergleich zum Entwurf lauwarm: Weniger Fahrverbote und Tempolimits

Graz - Fahrverbote für Diesel-Pkws ohne Partikelfilter bei längerer Belastung sind in der neuen steirischen Feinstaub-Verordnung zwar immer noch vorgesehen, was längere Belastung ist, wird jedoch großzügiger ausgelegt als im ursprünglichen Entwurf. Auch die Auflagen für Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Autobahnen wurden gemildert. Generelle Fahrverbote sind vorläufig nicht mehr geplant.

Konkret wird es in Graz und Umgebung dann Fahrverbote geben, wenn der Feinstaubwert fünf Tage lang eine Grenze von 75 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet. Erfahrungsgemäß könnte das an fünf bis sechs Tagen der Fall sein. Die 100 km/h-Beschränkung auf Autobahnen wurde auf Abschnitte mit hohem Verkehrsaufkommen eingeschränkt. Damit sind praktisch nur mehr die Pyhrnautobahn (A9) und die Südautobahn (A2) im Großraum Graz betroffen. Auf Freilandstraßen gilt jedoch im ganzen - 333 Gemeinden umfassenden - Sanierungsgebiet Tempo 80.

Sanierungsgebiet

Große Teile der Mur-Mürzfurche sowie fast die gesamte mittlere und südliche Steiermark gehören mit der Ausweitung nun zu diesem Gebiet. Die Verordnung gilt ab 1. Dezember, als Feinstaub-Saison wurde der Zeitraum vom 15. Dezember bis zum 14. März definiert, also ein kürzerer Zeitraum als im Entwurf.

Nach der Saison wolle man dann evaluieren, sagte Umweltlandesrat Manfred Wegscheider (SPÖ) am Freitag bei der Präsentation der Verordnung in Graz. Man sei in der Lernphase und wolle nicht "im ersten Winter Probleme bekommen, die das Paket insgesamt gefährden".

Eine Verschärfung der Fahrverbote ist für den Winter 2007/2008 geplant. In "Stufe zwei" sollen Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter ab einer fünftägigen Belastung von 50 Mikrogramm nicht mehr fahren dürfen.

Einzig die Brauchtumsfeuer stehen endgültig vor dem Aus: Sie werden im Raum Graz generell verboten. Allerdings endet die offizielle Feinstaub-Saison im März, Osterfeuer werden brennen später.

Kritik an der Verordnung äußern die Grünen und die KPÖ. Die Grünen-Klubchefin Ingrid Lechner-Sonnek sieht "eine nachhaltige Verringerung der Feinstaubbedrohung klar verfehlt", KPÖ-Stadträtin Wilfriede Monogioudis hätte sich "mehr Mut und stärkere Maßnahmen" gewünscht. (Agnes Fogt, DER STANDARD Printausgabe, 14./15.10.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Himmel über Graz wird sich durch die neue Feinstaubverordnung nicht wesentlich verändern. Grüne und KPÖ zeigen sich enttäuscht

Share if you care.