US-Militäraufsicht prüft Misshandlungsvorwürfe

26. Oktober 2006, 09:56
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Wachmänner sollen Gefangene gegen Zellentür gestoßen und gereizt haben

Washington - Das US-Militär untersucht jüngste Misshandlungsvorwürfe im Gefangenenlager Guantanamo. Dies habe der Generalinspektor im Verteidigungsministerium angeordnet, sagte ein Regierungssprecher am Freitag. Eine Frist für die Untersuchung habe der Chef der Dienstaufsicht nicht gesetzt.

Hintergrund ist eine beeidete Erklärung eines US-Soldaten. Darin berichtet der Marineinfanterist, dass Wachmänner des Gefangenenlagers beschrieben hätten, wie sie dort Terrorverdächtige misshandelten. Unter anderem hätten sie einen Gefangenen mit dem Kopf gegen eine Zellentür gestoßen und anderen Vergünstigungen vorenthalten, um sie zu reizen.

Die Erklärung war in der vergangenen Woche von Anwälten von Guantanamo-Gefangenen veröffentlicht worden. Am Dienstag ging sie bei der Dienstaufsicht im Verteidigungsministerium ein.

Das Gefangenenlager auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba steht seit längerem weltweit in der Kritik. Die USA halten dort mehr als 400 Terrorverdächtige fest, viele von ihnen seit über vier Jahren ohne Anklage. Immer wieder werden Vorwürfe über Misshandlungen und Folter laut. Die USA rechtfertigen es mit der besonderen Gefahr, die von den Gefangenen ausgehe, unter denen auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 und Al-Kaida-Gefolgsmann Khalid Sheikh Mohammed ist. (APA/Reuters)

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