Tour bleibt trotz Dopingaffären ein ertragreiches Geschäft

2. Juli 2000, 17:31

Veranstaltergesellschaft verwirklicht 524 Millionen Schilling Jahresumsatz

Paris - Trotz der Doping-Affären der letzten Jahre erfreut sich die Tour de France nach wie vor einer außerordentlichen Publikumsbeliebtheit. Das erlaubt es den Organisatoren der Pressegruppe Amaury (Verleger von "L'Equipe" und "Le Parisien"), mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts BVA wissen 96 Prozent der Franzosen, 95 Prozent der Deutschen und 56 Prozent der US-Amerikaner, was diese Veranstaltung ist. Gemeinsam mit den Olympischen Spielen und der Fußball-WM zählt die Tour daher zu den weltweit bekanntesten Sportveranstaltungen.

Die 87. Ausgabe, die am Samstag im Freizeitparkt Futuroscope im zentralfranzösischen Poitiers beginnt, wird in 166 Länder übertragen und täglich von etwa zwei Milliarden Personen im Fernsehen verfolgt. Für die Übertragungsrechte in der Zeitspanne 1998-2003 erhält die Amaury-Tochter "Societe du Tour de France" 45,7 Mill. Euro (628,8 Mill. S).

Die Haupteinnahmen stammen allerdings von den Sponsoren. Amaury Sport Organisation veranstaltet insgesamt 24 Radrennen und verwirklicht 38,1 Mill. Euro (524,27 Mill. S) Jahresumsatz, der allerdings zu 80 Prozent von der Tour de France stammt. Am meisten zahlen die vier großen Sponsorpartner Credit Lyonnais, Fiat, Coca-Cola und Champion, die jeweils rund 20 Mill. Franc (3,05 Mill. Euro/41,95 Mill. S) hinblättern. Es folgen die "offiziellen Partner" (AGF, Festina, France Telecom, Nike, PMU, Sodexho und Astra mit 5 bis 7 Mill. Franc (1,07 Mill. Euro/14,68 Mill. S) und schließlich die zehn "offiziellen Lieferanten" mit 1,5 bis 3 Mill. Franc.

Was die 21 Städte anlangt, in denen die Tour Station macht, so lassen sie sich das Großereignis je 300.000 bis 700.000 Franc (107.000 Euro/1,47 Mill. S) kosten. Gewisse Städte feiern die Etappe durch eine Reihe von Rahmenveranstaltungen, die Publikum und Geld anziehen sollen. Das 13.500 Einwohner zählende Vitre in der Bretagne etwa erwartet heuer 40.000 Besucher. Die südfranzösische Draguignan (Var), die das Rennen am Staatsfeiertag (14. Juli) empfängt erwartet sich mindestens sechs Millionen Schilling Einnahmen am Abend.

Nicht zu vergessen sind die 180 Aktiven der 17 teilnehmenden Mannschaften selbst, die bis zur Ankunft am 23. Juli in Paris 3.630 Kilometer weit radeln, um Preise im Gesamtwert von 15 Mill. Franc (2,3 Mill. Euro/31,5 Mill. S) zu gewinnen. (APA)

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