Muslimische Gelehrte akzeptieren Papst-Klarstellung

16. Oktober 2006, 16:20
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Herausgeber der Zeitschrift "Islamica" hoffen nun auf Dialog mit Benedikt XVI.

Amman - Eine Gruppe von 38 muslimischen Gelehrten und Großmuftis hat die Klarstellung von Papst Benedikt XVI. nach seiner umstrittenen Regensburger Rede akzeptiert. Der Herausgeber der Zeitschrift "Islamica", Sohail Nakhooda, sagte am Freitag, sie hofften, nun in einen Dialog mit dem Papst eintreten zu können, um Vorurteilen gegen den Islam in der westlichen Welt entgegenzutreten.

Die Gelehrten um Scheich Habib Ali vom Taba-Institut in Abu Dhabi und Prinz Ghazi bin Muhammed, einem Berater des jordanischen Königs Abdullah II., akzeptierten die Erklärung Benedikts, dass das strittige Zitat in seiner Rede nicht seine eigene Meinung wiedergebe. Am Sonntag soll dem Vertreter des Vatikans in Jordanien ein offener Brief übergeben werden, der den Angaben zufolge unter anderem von den Großmuftis von Ägypten, Russland, Bosnien, Kroatien, dem Kosovo und der Türkei unterzeichnet ist.

Die Kritik in der muslimischen Welt hatte sich an einer Redepassage entzündet, in der Benedikt aus einem Streitgespräch zwischen dem byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaeologos und einem gelehrten Perser über den Jihad zitiert hatte. Dort hieß es, der Prophet Mohammed habe mit einer Anordnung, seine Lehren auch mit Gewalt zu verbreiten, der Welt nur Schlechtes und Inhumanes gebracht. (APA)

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