Ahtisaari regt Schaffung eines Nobelpreises für Entwicklungsarbeit an

24. Oktober 2006, 13:01
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Leer ausgegangener Nobelpreis-Favorit: Schwer zu sagen, ob Preis an "richtige Adresse" gegangen ist

Helsinki - Der vor der Bekanntgabe des diesjährigen Friedensnobelpreises am Freitag als Favorit gehandelte finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari hat in einer ersten Reaktion auf die Verleihung an den aus Bangladesch stammenden Ökonomen Muhammad Yunus die Schaffung eines eigenen Nobelpreises für Entwicklungsarbeit angeregt. Ahtisaari sagte in einem Interview mit der finnischen Nachrichtenagentur STT, der Preis sei an eine "gute Adresse" gegangen, es sei aber schwierig zu sagen, ober auch an die "richtige Adresse" gegangen sei.

Er kenne die Grameen-Bank und ihre Funktionsweise, diese habe "außerordentlich viel positive Entwicklung zu Wege gebracht", so der derzeit als UNO-Sondergesandte für den Kosovo tätige finnische Ex-Präsident laut STT. In den vergangenen Jahren sei auffallend gewesen, dass sich der Friedensnobelpreis immer mehr in einen Entwicklungspreis verwandelt habe. Man könne nun darüber diskutieren, ob Entwicklungsarbeit tatsächlich in den Bereich des Friedensnobelpreises gehöre und wie in der heutigen Welt Arbeit für den Frieden definiert werde.

Ahtisaari regte in diesem Zusammenhang an, einen eigenen Nobelpreis für Entwicklungs- und Umweltarbeit zu schaffen. Mit dem eigentlichen Friedensnobelpreis könnten dann wieder traditionelle Leistungen für Friedensvermittlung und Konfliktlösung honoriert werden, so Ahtisaari, der in den kommenden Wochen versuchen will, zwischen Pristina und Belgrad noch eine Annäherung in der Frage über die Zukunft des Kosovo zu erreichen. (APA)

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