Welternährungsprogramm: Nordkorea braucht Lebensmittelhilfe

19. Oktober 2006, 15:30
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Bis zu 900.000 Tonnen Defizit bei Getreideversorgung - UNO versorgt 1,9 Millionen Menschen mit Nahrung

Berlin - Das nach seinem Atomtest noch stärker isolierte Nordkorea ist nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) dringend auf Nahrungshilfen angewiesen. "Nordkorea kann seine Bürger nicht ausreichend mit Lebensmitteln versorgen", sagte der Exekutivdirektor der UN-Organisation, James Morris, am Freitag in einem dpa-Gespräch. "Sie (die Nordkoreaner) brauchen Hilfe." In diesem Jahr werde das Land vermutlich ein Defizit bei der Getreideversorgung von 500.000 bis 900.000 Tonnen aufweisen. Es gebe wenig kultivierbares Land und viele strukturelle Probleme in der Agrarwirtschaft.

Mit Blick auf die im UNO-Sicherheitsrat diskutierten Maßnahmen gegen Nordkorea sagte Morris, es sei nicht angemessen für ihn, über die Sanktionen zu sprechen. Dieses Thema überlasse er den politisch Verantwortlichen. Er verwies aber auf die Hilfsbedürftigen in dem kommunistischen Land: "Die Menschen, die wir mit Hilfe versorgen, sind nicht diejenigen, die an diesen harten politischen Auseinandersetzungen beteiligt sind."

Das WFP ist nach Morris' Worten seit "sehr vielen Jahren" in Nordkorea tätig. "Lange Zeit versorgten wir dort sechs bis sieben Millionen Menschen mit Lebensmitteln." Auf Wunsch der Regierung in Pjöngjang sei das Engagement aber nun reduziert worden. Für die kommenden zwei Jahren seien nun Hilfen für 1,9 Millionen Menschen in 30 Distrikten vorgesehen. Vor allem Kinder bräuchten mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Lebensmittel. Bei Frauen gebe es ernsthafte Probleme mit Blutarmut. Er hoffe, die Weltgemeinschaft finde einen Weg, die notwendige Unterstützung zu gewähren. (APA/dpa)

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