Reaktionen: "Große Ehre für Bangladesch"

24. Oktober 2006, 13:01
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Gratulation von Premierministerin Zia - Kofi Annan: Yunus und Bank "langjährige Verbündete der UNO"

Dhaka - Der Friedensnobelpreis für Mohammed Yunus hat nach Ansicht von Bangladeschs Premierministerin Khaleda Zia positive Auswirkungen auf das Bild ihres Landes im Ausland. "Yunus hat das Bild Bangladeschs im Ausland erhellt", sagte sie am Freitag. "Er hat bewiesen, dass Bangladeschi sich selbst helfen können und dass Bangladesch ein Modell für andere Länder mit ähnlichen Armutsproblemen ist." Der Friedensnobelpreis für Yunus sei eine "große Ehre für das Land".

Außenamtssprecher Zahirul Haq wertete den Friedensnobelpreis für Mohammed Yunus einen "Preis für die ganze Nation und für die Armen des Landes". "Es ist ein großer Tag für die Menschen in Bangladesch", sagte Haq in Dhaka dem ARD-Hörfunkstudio Südasien am Freitag. Yunus sei ein "Fackelträger" in seiner Arbeit für die Ärmsten der Armen. "Er hat Menschen ohne Hoffnung wieder Hoffnung gebracht." Der Präsident, die Premierministerin und der Außenminister hätten Yunus gratuliert.

Annan: Verbündete der UNO

UN-Generalsekretär Kofi Annan, 2001 selbst mit dem Friedensnobelpreis geehrt, hat die überraschende Auszeichnung des Wirtschaftsfachmanns Mohammad Yunus begrüßt. Yunus und die von ihm gegründete Grameen Bank seien langjährige Verbündete der Vereinten Nationen bei der Unterstützung von Entwicklungsländern und der Stärkung der Frauenrechte, ließ Annan am Freitag über seinen Sprecher in New York erklären.

Yunus and seine "haben eine kraftvolle Waffe entwickelt, die der Welt hilft, die Entwicklungsziele des Milleniums zu erreichen, indem sie Menschen zu einem besseren Leben verhelfen - vor allem denen, die es am meisten nötig haben".

Barroso: "Form der Hilfe für Arme vorbildlich"

Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat den Wirtschaftsfachmann Mohammad Yunus aus Bangladesch und die von ihm gegründete Grameen Bank zum Friedensnobelpreis beglückwünscht. Barrosos Sprecher sagte am Freitag in Brüssel, diese Form der Hilfe für die Armen sei herausragend und vorbildlich.

"Wohlverdiente Auszeichnung"

"Keine Überraschung" war die Verleihung für den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh. Singh sagte auf der Pressekonferenz des EU-Indien-Gipfels am Freitag, er sei "sehr glücklich, dass Professor Yunus die wohlverdiente Auszeichnung" erhalten habe. Er zähle Yunus zu seinen persönlichen Freunden. Es sei keine Überraschung, dass die Welt den Beitrag Yunus' im Kampf gegen die ländliche Armut anerkenne.

Auch der finnische Ministerpräsidenten und EU-Ratsvorsitzende Matti Vanhanen gratulierte Yunus zum Erhalt des Nobelpreises. Vanhanen beschränkte sich in seiner Antwort auf die Gratulation und gab keinen weiteren Kommentar ab.

Die ebenfalls bei dem EU-Indien-Gipfel anwesende EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte in einem ersten Kommentar gegenüber der APA, die Verleihung an Yunus zeige, was für eine große Bedeutung Asien als gesamter Region heute zukomme.

"Beherzter Anwalt der Armen"

"Mit Muhammad Yunus wird nicht nur ein international anerkannter Ökonom geehrt, sondern auch ein beherzter Anwalt der Armen", erklärte die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik (V) am Freitagnachmittag. Yunus habe diese Idee entwickelt, die mittlerweile oft kopiert worden sei. "Der ermutigende Erfolg zeigt, was ein Einzelner mit einer kühnen und weitblickenden Idee bewirken kann. Kerngedanke ist dabei die gezielte Förderung der Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. In den vergangenen drei Jahrzehnten wurden mit diesen Kleinst- und Mikrokrediten weltweit unzählige kleine Betriebe gegründet, Arbeitsplätze geschaffen und damit nachhaltig zur Stabilisierung von Volkswirtschaften beigetragen", so Plassnik. (APA/dpa/ red)

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