BZÖ-Prügelaffäre: Interner Widerstand gegen Westenthaler wächst

13. Oktober 2006, 18:56
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Orange in Wien und Salzburg wollen Gremien befassen, Parteispitze blockt ab - Scheuch will Westenthaler als Klubchef

Wien - Die so genannte "Prügel-Affäre" am Wahlabend sorgt im BZÖ weiterhin für schlechte Stimmung. Während die Parteispitze bemüht ist, in der Affäre um eine angebliche Attacke auf den Sprecher des Justizministeriums den Ball flach zu halten, wollen immer mehr Landesparteichefs das Thema im Parteivorstand diskutieren. BZÖ-Sprecher Uwe Scheuch winkt allerdings vorerst ab und verweist auf den nächsten routinemäßigen Vorstand im November. Er wünscht sich Westenthaler auch als Klubchef im Nationalrat.

Zuvor war bekannt geworden, dass Westenthaler einige Landesparteichefs von sich aus für Montag zu einer Sitzung des "BZÖ-West" eingeladen hatte. Dort sollte die Kritik des scheidenden Tiroler Nationalratsabgeordneten Klaus Wittauer an Westenthaler besprochen werden. Das Treffen wurde allerdings abgelehnt. "Divide et impera wird's mit uns nicht spielen", sagte dazu ein BZÖ-Landeschef zur APA. Dem Vernehmen nach fordern die Parteichefs von Wien, Salzburg, Tirol und dem Burgenland nun einen offiziellen Parteivorstand zu der Causa.

Mainoni will Vorstandssitzung

Salzburg-Obmann und Staatssekretär Eduard Mainoni bestätigte der APA am Freitag, dass er Westenthaler bereits um Einberufung einer Vorstandssitzung gebeten habe. Einer der wichtigsten Punkte "werden dabei natürlich die Vorkommnisse in der Wahlnacht sein, die erörtert werden sollen", sagt der Staatssekretär. Ob Parteichef Westenthaler auch Klubobmann werden solle, hänge natürlich damit zusammen. Die Entscheidung liege jedoch beim Parlamentsklub.

Auch für Wiens Landesobmann Günther Barnet wäre eine baldige Vorstandssitzung "vernünftig", um das Thema aus den Medien zu bekommen. Ein Termin im November sei "sicher nicht" ausreichend: "Dann wird's noch ein paar Gescheite geben, die das in den Medien diskutieren", so Barnet. Die Frage, ob Westenthaler Klubchef werden soll, will er "sicher nicht über die Medien kommentieren".

Scheuch plädiert dagegen klar für einen Klubobmann Westenthaler: "Aus meiner Sicht soll schon der Parteiobmann auch Klubobmann sein", sagte Scheuch am Freitag zur APA. Einen Anlass, wegen der so genannten Prügel-Affäre einen Parteivorstand einzuberufen, sieht Scheuch nicht. Er glaubt, dass auch der nächste routinemäßige Vorstand im November ausreichen würde, um die Causa Westenthaler zu besprechen.

Haubner stellt sich hinter Westenthaler

Auch Vorarlbergs Landesparteichef Arno Eccher ist für eine Personalunion von Partei- und Klubchef. Letztlich müsse das jedoch der Parlamentsklub entscheiden, so Eccher gegenüber der APA. Oberösterreichs BZÖ-Obfrau Ursula Haubner stellt sich hinter Westenthaler: "Ich sehe keinen Anlass, an den Äußerungen von Westenthaler zu zweifeln." Die Vorwürfe bezeichnet Haubner als einen "Versuch, das BZÖ in Misskredit zu bringen".

Hintergrund der Debatte: Der Sprecher des Justizministeriums, Christoph Pöchinger, hat Anzeige gegen Westenthaler und dessen Leibwächter erstattet. Er wirft dem Bodyguard vor, ihn nach Aufforderung Westenthalers verprügelt zu haben. Sowohl Westenthaler als auch der Leibwächter dementieren. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und will kommende Woche über eine allfällige Anklage entscheiden. (APA)

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    Immer mehr Orange wollen über Westenthaler und die Prügelaffäre im Parteivorstand diskutieren.

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