Öko-Auffahrt auf den Daten-Highway

30. Juni 2000, 15:30

Ex-Grüne Monika Langthaler startet mit Internet-Provider

Esther Mitterstieler

Wien - „Ich wäre gerne an einer Stelle, an der man viel bewegen kann“: Monika Langthaler im Jahr 1998. Was heute für die ehemalige grüne Politikerin heißen soll: „Ich will selbstbewusst und kreativ arbeiten und dabei natürlich Dinge verändern.“

Deshalb will sie sich nun „am freien Markt als Unternehmerin bewähren“, sagt Langthaler - und womöglich in einigen Jahren mit einem erfolgreichen Unternehmen an die Börse. Mittelfristig, in fünf Jahren etwa, sei das vorstellbar. Aber erst mal müsse man erfolgreich arbeiten.

Regenbogen

Die Änderung im Leben der ehemals jüngsten Nationalratsabgeordneten in der Geschichte Österreichs - Langthaler war 25 - kommt nach drei Jahren wissenschaftlicher Arbeit am Ökoinstitut und knapp zehnjährigen Engagements in der nationalen Politik als Abgeordnete.

Im Zeichen des Regenbogens und angelehnt an die Geistesstärke des Gründerteams will sie nun „mindestens zehn Jahre lang“ die Wirtschaftswelt ergründen: Brainbows ist ein Content-Provider für Internet-Dienstleistungen, mit dem die Umweltökonomin mit Christian Nohel und Dieter Hornbachner in den Bereichen, „wo wir sehr gutes Know How haben“, Informationen anbieten. Die da wären: Umwelt, Verbraucherinformation, Ernährung und Medien.

Nohel, Ökonom und Konsumentenschutzexperte und Hornbacher, Nachrichtentechniker und Technologieexperte, haben mit Langthaler schon bei den Grünen Teamfähigkeit erprobt und bewiesen. Sie wollen ein schlüsselfertiges Produkt anbieten - von der Idee über die Inhalte bis hin zum Web-Design.

„Mittelfristig wollen wir ein eigenes Portal kreiern“, plant Langthaler. Vorerst warten die drei Gesellschafter der neu gegründeten GmbH noch auf die Firmenbuchnummer. Anfang Juli startet die neue Firma operativ. Anfangs wollen die drei auch Beratungen im Umweltbereich anbieten, dadurch sei schon ein Cash flow da. Man habe Synergien mit dem Internetbereich, der letztlich der Schwerpunkt der Firma sei.

Wie man Kapitalerhöhungen durchführe, hänge auch von den Aufträgen ab. Vorerst vertraue man auf die eigene Kraft. Ja sagt das Team auch zu Risiko- oder Vorfinanzierung. Das hänge ebenfalls von den Projekten ab. Mittelfristig können sich die drei JungunternehmerInnen vorstellen, mit einem Partner zu kooperieren.

Gewinne

Wie hoch der Umsatz im ersten Jahr ausfallen soll, darauf will sich Langthaler nicht festnageln lassen. Und schmunzelt: „An Bill Gates werden wir nicht heran kommen. Es ist sehr schwer, in dieser Branche etwas vorherzusehn.“ Nur eines will das Team sehr bald: Gewinne schreiben. „Die Internetfirmen müssen mittelfristig Gewinne schreiben“, ist Langthaler überzeugt.

„Die Unternehmen der New Economy müssen sich an die Gesetzmäßigkeiten der Old Economy anpassen, da Investoren und Kunden das verlangen.“

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