ÖBB gründen Speditions Holding AG

30. Juni 2000, 15:04

Draxler: Offen für in- und ausländische Partnerschaften

Wien - Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben als 100-prozentige Tochtergesellschaft eine Speditions Holding AG ausgegliedert, die bereits operativ ist. Die Gesellschaft sieht sich offen für in- und ausländische Beteiligungen, sagte ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz. Derzeit setzt die Speditions Holding rund 5,6 Mrd. S um, im Jahr 2004 soll sie die 7-Mrd-S-Umsatzgrenze überschreiten. Mit ihrem Geschäftsvolumen liege die Speditionsholding bereits heute im Spitzenfeld der österreichischen Speditionen, hinter dem Marktführer Schenker mit rund 7,5 Mrd. S Umsatz und Senger-Weiss mit rund 6,2 Mrd. S Umsatz.

Der ÖBB Aufsichtsrat habe gestern, Donnerstag, die Strukturen der Speditions Holding genehmigt, sagte Draxler. Die Holding umfasst die Beteiligungen, die die ÖBB im In- und Ausland im vergangenen Jahr erworben haben. Darunter die inländischen Speditionen Express und Interfracht, das internationale Joint-Venture Chemfreight GmbH (50 Prozent ÖBB) und Entsorgungslogistik Austria (50 Prozent ÖBB) sowie den an Intercontainer Austria (70 Prozent ÖBB) und an der Kombigesellschaft ÖKOMBI (30 Prozent ÖBB).

Konzern um die Speditions Holding

Draxler hofft, dass sich um die Speditions Holding ein großer österreichischer Konzern bildet, bei dem die ÖBB nicht Alleineigentümer bleiben müsse. Wenn sich die Eigenkapitalrendite der neuen Holding gut entwickle, sei auch ein Gang an die Börse möglich.

Vom ÖBB-Frachtgeschäft, das unter Rail Cargo Austria zusammengefasst ist, wird der Stückgutbereich (Express Cargo Logistik) mit rund 1,5 Mrd. S Umsatz in die Speditions Holding AG transferiert. Damit bleiben rund 12 Mrd. S Umsatz bei der Mutter Rail Cargo Austria.

Zum Generaldirektor der Speditions Holding AG wurde Gustav Poschalko, der Vorstand der Express AG und Geschäftsführer der Interfracht GmbH bestellt. An eine Erweiterung des Vorstands der Speditions Holding AG ist laut Draxler gedacht.

Der ÖBB Güterverkehr erzielte 1999, nach erstmaliger Konsolidierung von Express/Interfracht, eine Umsatzsteigerung um 10,2 Prozent auf 14,1 Mrd. S und beförderte mit rund 78 Mill. Tonnen um 2,0 Prozent mehr als 1998 auf der Schiene. (APA)

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