Behindertenverband will Ausdünnung des "Schilderwaldes"

16. Oktober 2006, 11:45
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"Tags des weißen Stockes": Mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu Gunsten blinder und sehbehinderter Menschen nötig

Wien - Fahrradständer, Straßenschilder oder Citylights - für blinde Menschen kann das Passieren dieser alltäglichen Gegenstände oft zu einem Hindernislauf ausarten. Der österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) fordert anlässlich des "Tags des weißen Stockes" am kommenden Sonntag den Ausbau des taktilen Leitsystems im öffentlichen Verkehr. Er will auf "die baulichen und virtuellen Barrieren wie auch jene im Kopf der Leute" aufmerksam machen.

Viele Hindernisse

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln für blinde und sehbehinderte Menschen sei in den letzten Jahren verbessert worden, "aber nach wie vor gibt es viele Hindernisse, die sogar eine erhebliche Gefahrenquelle bedeuten können", warnte ÖBSV-Präsident Klaus Martini. Akustische Blindenampeln würden zwar die Orientierung erleichtern, wenn aber vor der Ampel aber ein Radweg vorbeiführe, könne das sowohl für Blinden und Fahrradfahrer gefährlich werden.

Seltenheit

Bereits "die Kennzeichnung freistehender Treppen, die Absicherung von Glasflächen durch Kontraststreifen oder der Abbau des Schilderwaldes und von Werbetafeln auf Gehsteigen" würde das Alltagsleben der Blinden sehr erleichtern. Auch im Internet gebe es nur selten Seiten, die für Sehbehinderte mit Vorlesegerät bedienbar sind.

Symbolisch

In Österreich leben über 400.000 Menschen mit einer nicht mehr behebbaren Sehbeeinträchtigung, rund 10.000 Menschen sind an beiden Augen blind. Der "Tag des weißen Stocks" wurde vor fast 40 Jahren ins Leben gerufen. Im Jahr 1964 übergab der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson im Rahmen eines symbolischen Akts weiße Langstöcke an Blinde, um auf den Beginn der systematischen Ausbildung Blinder im Mobilitätstraining hinzuweisen. (APA)

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    Der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband - als größte österreichweite Interessensvertretung und Selbsthilfeorganisation von betroffenen Menschen - fordert am "Tag des weißen Stockes" mehr Aufmerksamkeit und Maßnahmen zum Abbau von Barrieren.

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