"Madeinusa" siegte beim Hamburger Filmfest

27. Oktober 2006, 14:39
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Peruanisch-spanischer Film, das Kinodebüt der 29-jährigen Regisseurin Claudia Llosa wusste zu überzeugen

Hamburg - Der peruanisch-spanische Film "Madeinusa - Das Mädchen aus den Anden" ist Gewinner des 14. Hamburger Filmfests. Das Kinodebüt der Regisseurin Claudia Llosa, Nichte des peruanischen Schriftstellers Mario Vargas Llosa, erhielt am Donnerstagabend im CinemaxX-Kino in der Innenstadt den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Hamburger Filmkritik. In der Fernsehsektion des Festivals siegte "Ich wollte nicht töten". Der Streifen von Regisseurin Dagmar Hirtz bekam den TV-Produzentenpreis und die damit verbundenen 30.000 Euro, die von der Wirtschaftsbehörde ausschließlich zur Verwendung in der Hansestadt vergeben werden.

In "Madeinusa" inszeniert die 29 Jahre alte Regisseurin Llosa in einem peruanischen Bergdorf einen Zusammenprall der Kulturen. "Die Weltfremdheit der Bewohner belegt unter anderem der Brauch, Kinder nach Beschriftungen auf ausländischen Produkten zu nennen", erläuterten die Veranstalter in der Ankündigung zu dem Film, in dem ein Großstädter in das dörfliche Karnevalsfest platzt. "So heiße ich: Made in USA", sagt das Mädchen Madeinusa in der Geschichte und zeigt auf sein Pulloveretikett.

Im Mittelpunkt des Gewinners der TV-Sektion steht eine Journalistin, gespielt von Jessica Schwarz, die Nachforschungen in der DDR-Vergangenheit tief in die ostdeutsche Provinz führen. Stück für Stück verliert sie dabei ihre Professionalität und Distanz. "Ein Film über das Schweigen und nicht Nachfragen", meinten die Veranstalter.

Der Otto-Sprenger-Preis (10 000 Euro) für den besten Debütfilm ging diesmal an zwei Filme: "Lili et le baobab" der französischen Regisseurin Chantal Richard sowie "Vineta" von Franziska Stünkel gewannen die Auszeichnung. Den mit 5000 Euro dotierten TV Movie- Publikumspreis erhielt "Heartbreak Hotel" (Regie: Colin Nutley) aus Schweden. Bereits zuvor waren der französische Schauspieler Gérard Depardieu mit dem Douglas-Sirk-Preis sowie der niederländische Kinderfilm "Don" (Regie: Arend Steenbergen) mit dem "Michel" ausgezeichnet worden.

Mit der Deutschlandpremiere des US-Films "Little Miss Sunshine" ging das Festival zu Ende. Eine Woche lang waren 131 Filme aus 34 Ländern in der Hansestadt zu sehen. (APA/dpa)

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