Hirnbereich für Hyperaktivität entdeckt

30. Juni 2000, 14:52

Bei Kindern kann Zusammenarbeit von Neuronen gestört sein

Düsseldorf - Skandinavische WissenschafterInnen haben ein Hirnareal entdeckt, das für Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität bei Kindern verantwortlich ist. Die ForscherInnen vom John-F.-Kennedy-Institut in Kopenhagen konnten nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Düsseldorf mit bildgebenden Verfahren nachweisen, dass im so genannten präfrontalen Kortex und in damit verbundenen Hirnarealen die Zusammenarbeit von Neuronen gestört ist.

Dies könne erklären, "warum diese Kinder die Regeln unseres Sozialverhaltens nicht verstehen und etwa nicht auf eine warnende 'innere' Stimme hören können," sagte der Neurowissenschafter Professor Hans Lou. Erste Ergebnisse der dänischen ForscherInnen deuteten darauf hin, dass es bei aufmerksamkeitsgestörten Frühgeborenen an dem Botenstoff Dopamin mangele.

Bis zu zehn Prozent aller Kinder leiden nach ExpertInnenangaben unter diesen Entwicklungsstörungen. Säuglinge, die vor der 34. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, haben ein fünffach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Typische Symptome der betroffenen Kinder sind nach Angaben der WissenschafterInnen Konzentrationsstörungen, hyperaktives, impulsives und oft sogar anti-soziales Verhalten. (APA/AP)

Share if you care.