Internationale Pressestimmen: Keine rein literarische Entscheidung

13. Oktober 2006, 20:09
1 Posting

...glauben die US-amerikanischen Zeitungen - Türkische Presse gespalten -Begeisterung bei skandinavischer Presse

Wien - Die US-amerikanische Tageszeitung "New York Times" glaubt ebenfalls an eine politische Entscheidung der Nobelpreis-Akademie: "Er ist ein Meister der freien Sprache. (...) Die Schwedische Akademie hat noch nie zugegeben, dass andere Gründe, abseits der Literatur, für ihre Entscheidungen ausschlaggebend sind und sich immer als unpolitisch dargestellt. Aber schon der letztjährige Gewinner, der britische Dramatiker Harold Pinter, ist ein prominenter Kritiker der britischen und amerikanischen Regierung gewesen und auch bei der Wahl von Pamuk haben politische Verwicklungen abermals eine Rolle gespielt."

Die "Washington Post" bemerkte angesichts der Verleihung des Literatur-Nobelpreises, dass sich nach der Auswahl Pamuks, wie auch im Zuge des gestern verabschiedeten umstrittenen französischen Gesetzes, wieder "die komplexe Beziehung zwischen der Türkei und Europa offenbart hat".

Der "Boston Globe" glaubt ebenfalls an ein Einfließen der Politik bei der Nobelpreisentscheidung: "Pamuk verdient seinen Ruhm nicht nur der Politik. Seine literarischen Zeugnisse sind makellos. Der geopolitische Faktor fehlt nicht in Pamuks Werk. Der offensichtliche Indikator ist aber sein Alter. Nobelpreisträger sind meist alte Literaten oder Literatinnen - es sei denn, dass es auch Überlegungen abseits der literarischen Arbeit gibt. Mit 54 ist Pamuk viel jünger als die meisten bisherigen Literaturnobelpreisträger. (...) Die Schwedische Akademie hat schon eine gewisse Geschichte mit dem Literaturnobelpreis politische Zeichen zu setzen."

Die Türkei soll einen offenen Blick auf ihre Geschichte richten, empfiehlt die liberale britische Tageszeitung "The Guardian" vom Freitag in einem Kommentar zur gestrigen Zuerkennung des Literatur-Nobelpreises an den in seiner Heimat umstrittenen türkischen Autor Orhan Pamuk:

"Pamuk ist nach Artikel 301 des Strafgesetzbuchs verfolgt worden. Er wird von rechtsgerichteten Nationalisten benutzt, die behaupten, Europa untergrabe die Identität der Türkei. Dieser Artikel muss verschwinden, wenn die Türkei der EU beitritt. Aber es ist heuchlerisch von der Türkei zu verlangen, ihre Gesetze zu modernisieren, wenn Frankreich selbst sich in die entgegengesetzte - nicht-liberale - Richtung bewegt. Pamuks Weltklasseverdienst sollte als Quelle von Stolz betrachtet werden - ein Kompliment, keine Beleidigung - für eine manchmal übersensible Nation. Die Türken sollten die Bedeutung (des Preises) betrachten und einen offeneren Blick auf ihre Geschichte richten."

Auch die niederländische Zeitung "de Volkskrant" spricht die politische Dimension des Literaturnobelpreises an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk an:

"Pamuk hat eine klare Sicht auf die gewalttätige Seite der türkischen Geschichte. Das hat ihm viel Kritik und selbst ein Gerichtsverfahren eingebracht. Indem das Nobelpreiskomitee Pamuk mit so vielen Worten für seine Fähigkeit preist, 'neue Symbole für den Zusammenstoß und die Verflechtung der Kulturen' zu finden, spricht es ein deutliches Urteil über die türkische Position: Anerkennung der eigenen Komplexität. (...) Die Krönung Pamuks wird dadurch ein Manifest für den türkischen Spagat. Aus nationalistischer Sicht muss die Türkei immerhin stolz sein auf den so gewürdigten Autor. Aber weil dieser Autor dieselbe Türkei so hart mit sich selbst konfrontiert, wird erst geschluckt, bevor der Stolz ausgesprochen wird."

"Neue Zürcher Zeitung": "Autor mit unermüdlicher Konsequenz"

"Mit Orhan Pamuk ehrt die Schwedische Akademie einen Autor, der seit über dreissig Jahren mit unermüdlicher Konsequenz und Konzentration alles, was er sieht, riecht, schmeckt, liest und erlebt, in Literatur verwandelt; einen Schriftsteller, der sich weder in seinen fiktionalen Texten noch in Essays zur Tagespolitik scheut, Widersprüche beim Namen zu nennen; und einen politischen Kopf, der bereit ist, sich mit seinen Worten im eigenen Land in Gefahr zu begeben. Der diesjährige Nobelpreis für Literatur geht an einen Mann, der - so bleibt zu hoffen - dem Westen wie dem Osten noch vieles zu sagen, noch viel zu erzählen hat."

Der "Tages-Anzeiger" aus Zürich: Große Chance für Türkei

"Der Literaturnobelpreis ist keine Auszeichnung für politische Courage, sonst hätte er unbedingt, seinerzeit, an Emile Zola oder Salman Rushdie gehen müssen. (...) Allerdings wird Orhan Pamuk nicht nur von Büchermenschen in der ganzen Welt bewundert. Sein Name ist auch denen ein Begriff, die kaum mehr als Zeitungsschlagzeilen und Teletextstreifen lesen. (...) Gerade für die Türkei ist Pamuks Wahl eine große Chance. Sie muss nur das Bild, das er von seiner Heimat entwirft, ein schmerzendes, aber auch liebevolles Bild, annehmen und sich darin wiedererkennen."

"Basler Zeitung" : Typus des urbanen Intellektuellen

"Die EU braucht die Türkei für den Brückenschlag zum Nahen und Mittleren Osten, und Orhan Pamuk vertritt bei aller Liebe seiner Romane zum alten Istanbul und Anatolien den Typus des urbanen Intellektuellen mit Matura (Abitur) an einer amerikanischen Eliteschule."

Für die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" ist die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Orhan Parmuk eine "gute Nachricht":

"Orhan Pamuk hat im Jahr 2005 drei Jahre Haft in türkischen Gefängnissen riskiert. Angeklagt war er wegen seiner Meinung - und seit gestern ist er Literaturnobelpreisträger. Eine herrliche Entschädigung für ihn, eine gute Nachricht für alle, die betrübt beobachten, mit welcher Leichtigkeit Schriftsteller, Journalisten und Intellektuelle ihrer Wort- und Meinungsfreiheit beraubt werden. (...) Dies ist ein Zeichen für einen neuen intoleranten und aggressiven Fanatismus, der die Freiheit als Symptom für einen korrupten Geist und die Freiheit des Wortes sogar als Zeichen für moralisches Verderben ansieht. Für diesen Fanatismus verkörpert der mit dem Nobelpreis geehrte Schriftsteller Pamuk eine Niederlage. Aber für alle anderen ist dies eine gute Nachricht."

FAZ: "Beste Entscheidung seit Jahren"

Die "Süddeutsche Zeitung" bezeichnet die gestrige Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Orhan Pamuk als "Glückstag für die Weltliteratur" und einen "Glückstag auch für die Türkei. (...) Nicht immer hat man in den vergangenen Jahren die Beschlüsse der Akademie verstanden - doch diese Wahl trifft, sie ruht auf guten Gründen und besitzt Würde. (...) Auch deshalb ist er jetzt ein türkischer Dichter, der zur rechten Zeit mit dem wichtigsten literarischen Preis der Welt ausgezeichnet wird. (...) Das ist selbstverständlich eine politische Überlegung, und die Schwedische Akademie hat Orhan Pamuk mit Recht auch einen 'Gesellschaftskritiker' genannt: Aber alle Politik ist bei diesem Schriftsteller eine Konsequenz der Literatur - und das bedeutet, nach Klarheit zu streben."

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) schlägt in dieselbe Kerbe und bezeichnet die Verleihung an Pamuk als "die beste Entscheidung, die das Nobelpreiskomitee seit Jahren getroffen hat. (...) Vergleichbar ist diese Auszeichnung mit der Verleihung des Literaturnobelpreises an Alexander Solschenizyn im Jahre 1970. Damals stand die Welt im Zeichen eines bipolaren, ideologischen Konflikts. Jetzt ist sie in das Zeichen religiöser Kulturkriege eingetreten. Wie Solschenizyn steht Pamuk an der Zeitmauer der Kulturen. (...) Der Nobelpreis an Solschenizyn hat nicht den Kommunismus ruiniert, und der Preis an Pamuk wird, leider, nicht den Islamismus aushöhlen. Doch Pamuk hat jetzt im Westen enorme Autorität. Er müßte die Grenzen zeigen, die unsere Welt von der Welt ihrer Todfeinde trennt."

Russische "Kommersant": "Ideale Kompromissfigur"

Zur Verleihung des Literaturnobelpreises an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk schreibt die russische Tageszeitung "Kommersant" am Freitag: "Für den diesjährigen Literaturnobelpreis war Orhan Pamuk notwendig. Aufgewachsen im islamischen Raum und ausgebildet in der europäischen Kultur, ist Pamuk in der Lage und willens sowohl die einen als auch die anderen zu verstehen. Damit wurde er zur idealen Kompromissfigur einer neuen Zeit, in der selbst eine Institution wie das Nobelpreiskomitee nur politische Zeichen setzen kann."

Die russische Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" schreibt: "Während die vorigen zwei Preisträger - Elfriede Jelinek und der englische Dramatiker Harold Pinter - überhaupt nicht vorhersagbar waren, ist die schwedische Akademie in diesem Jahr wieder zu ihrer hundertjährigen Tradition zurückgekehrt. Der Nobelpreis für Literatur bleibt nach wie vor eine gewichtige Karte im großen geopolitischen Spiel. Es ist im übrigen erfreulich, dass Orhan Pamuk neben seinen gesellschaftlichen Ansichten auch durch das hochrangige literarische Niveau seiner Werke überzeugt."

Die Belgrader Zeitung "Politika" sieht im Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk ebenfalls einen "tapferen Kämpfer für Menschenrechte":

"Der Nobelpreis ist eine Anerkennung für den Schriftsteller, aber auch eine indirekte Botschaft an die Türkei, sich mit dem Genozid an den Armeniern auseinander zu setzen, von dem Pamuk als erster öffentlich gesprochen hat. Orhan Pamuk ist nicht nur der beste und berühmteste zeitgenössische türkischer Autor, sondern auch ein aufrichtiger und tapferer Kämpfer für Menschenrechte. In einem Interview hat er einmal gesagt, dass die Türkei nicht fähig sei, sich den schmerzhaften Themen seiner Geschichte zu stellen: dem Genozid an den Armeniern im Ersten Weltkrieg und der Gewalt gegenüber den Kurden in der neueren Zeit."

In Frankreich wird die Verleihung des Nobelpreises an Orhan Pamuk vor dem Hintergrund des Pariser Votums zur Leugnung des Völkermordes an den Armeniern gesehen. Die katholische Tageszeitung "La Croix" schreibt: "Frankreich hatte den armenischen Völkermord 2001 offiziell anerkannt, und das war doch das Wesentliche, musste man noch darüber hinaus gehen? (...) Hätte man nicht eher den türkischen Intellektuellen zuhören sollen, die in ihrem Land um die Aufarbeitung ihrer Geschichte wetteifern und die diese französische Initiative ungelegen fanden, geeignet, die Gräben noch zu vertiefen? Und unter diesen Orhan Pamuk, der am Donnerstag den Nobelpreis für Literatur zuerkannt bekommen hat."

"Le Figaro": "Eine Botschaft an eine Türkei, die am Scheideweg steht"

"Dieser Nobelpreis ist eine Botschaft an eine Türkei, die am Scheideweg steht", schreibt der konservative "Le Figaro". Die linksliberale "Libération" vergleicht den 54-jährigen Pamuk mit dem 84-jährigen kurdischstämmigen türkischen Dichter Yasar Kemal. Nichts unterscheide die beiden in der Qualität ihrer Arbeit und in ihrem Engagement, "nichts, außer eine Generation, einige hundert Kilometer" und ein Zeitensprung wie zwischen Geburt und Untergang eines Landes.

Der "Indépendant du Midi" aus dem südfranzösischen Perpignan begrüßt - ebenfalls mit Blick auf das umstrittene französische Gesetz - die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Pamuk: "Die Regierung in Ankara wird nicht durch ein Diktat aus dem Ausland dazu gebracht werden, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, sondern durch den mutigen Kampf all jener Türken, die mit der offiziellen Lüge Schluss machen wollen. Einer von ihnen ist Orhan Pamuk. Diese Schriftsteller, der in seinem Land beliebt ist, wagt es, offen davon zu sprechen, obwohl er damit das Gefängnis riskiert. Die Auszeichnung wird seiner Stimme Gewicht verleihen und der Sache der Armenier sicherlich weit mehr dienen, als irgendeine Abstimmung in einem entfernten Parlament. Sie konnte nicht zu einem besseren Moment kommen."

Türkische Presse gespalten

Der erste Literaturnobelpreis für einen türkischen Schriftsteller hat in den Medien der Türkei ein zwiespältigen Echo ausgelöst. Unter Schlagzeilen wie "Danke Orhan Pamuk", "Unser ganzer Stolz" oder "Nobel ist mein Name" - in Anspielung auf einen Romantitel des Preisträgers ("Rot ist mein Name") - mischten sich am Freitag bissige politische Kommentare. Diese zielten vor allem auf Pamuks umstrittene Äußerungen über den Massenmord an den Armeniern im Osmanischen Reich ab. "Hat er den Nobelpreis wegen seiner Feder oder wegen seiner Worte erhalten?", fragte die Zeitung "Vatan" (Vaterland) auf der Titelseite.

"Radikal": "Wir können uns mit Pamuk rühmen"

Die liberale türkische Zeitung "Radikal" erwartet von Pamuk einen Image-Gewinn für die Türkei. Das Blatt schreibt am Freitag: "Die Türkei wird künftig auch als das Land Orhan Pamuks angesehen werden. Alle Welt, voran die an Literatur interessierten Kreise, werden noch einmal einen aufmerksameren Blick auf die Türkei, die türkische Literatur und Orhan Pamuks Stadt Istanbul werfen. Pamuk, dem dieser vertiefte Blick auf die Türkei, Istanbul und das Leben gelungen ist, ist eine Ehre für unsere Sprache, unsere Literatur und unser Land. Vergesst den französischen Unsinn, wir können uns mit Pamuk rühmen."

"Hürriyet": "Auf diese Auszeichnung sollten die Türken stolz sein"

Das türkische Massenblatt "Hürriyet" betrachtet den Literatur-Nobelpreis für Orhan Pamuk unter anderem vor dem Hintergrund des in Frankreich verabschiedeten Gesetzes, das in Zukunft die Leugnung eines Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellen soll: "Auf diese Auszeichnung sollten die Türken stolz sein. Überall in der Welt sprechen jetzt viele Menschen darüber, dass ein türkischer Schriftsteller den Nobelpreis erhalten hat. Viele Menschen werden die Romane eines Autors lesen, den sie zuvor nie gelesen haben. Sie, werden uns, die Orte, wo wir leben, unsere kulturellen Werte kennen lernen. Das sollten wir zu schätzen wissen. Diese Auszeichnung bringt auch für Orhan Pamuk große Verantwortung mit sich. Jeder Schritt, den er tut, jedes Wort, das er sagt, wird künftig mit anderen Augen gesehen. Und sicher gehört er zu den wenigen, die sich ein Recht darauf erworben haben, nach Frankreich zu gehen und ihnen (den Franzosen) vorzuhalten, welchen Fehler sie gemacht haben. Er muss hingehen und sagen, in der Türkei bin ich nicht ins Gefängnis geworfen worden, obwohl ich gesagt habe, dass 'eine Million Armenier umgebracht wurden'".

"Sabah": "Wir können Pamuk nicht als einen von uns ansehen"

Das türkische Massenblatt "Sabah" lässt in einem Kommentar am Freitag kein gutes Haar am türkischen Nobelpreisträger Orhan Pamuk: "Wirklich erfreut, wirklich glücklich können wir nicht sein. Denn wir können Pamuk nicht als einen von uns ansehen. Ganz im Gegenteil sehen wir ihn als jemanden, der uns verkauft und mit Lügen sein Volk beschuldigt hat. Das ist noch nicht alles. Wir können in Orhan Pamuk keinen starken und aufrechten Homo erectus erkennen. Wir sehen ihn als jemanden an, der nicht zu seinen Sprüchen steht, der ins Lavieren kommt, wenn er in die Ecke gedrängt wird, der unfähig ist, einen intellektuellen Standpunkt mutig zu vertreten. Natürlich können Intellektuelle über die Ordnung in ihrem Land streiten. Aber nicht, indem sie ihr Volk auf diese Weise kränken."

"Milliyet" mit neun verschiedenen Kommentaren

Die türkische Tageszeitung "Milliyet" beschäftigt sich gleich in neun verschiedenen Kommentaren mit Pamuk sowie der gestrigen politischen Entscheidung in Frankreich. Dementsprechend unterschiedlich die Reaktionen bei den "Milliyet"-Autoren: "Ein Türke hat den Nobelpreis erhalten. Was für eine Freude? Aber hat er den Preis als türkischer Autor für seine literarische Stärke erhalten, oder weil er die Türkei in einer für ausländische Kräfte erfreulichen Art kritisiert und dies gut vermarktet hat? (...) Dass ein Türke den Nobelpreis erhält, ist die zivilisiertest mögliche Antwort auf das französische Gesetz, das die Türken als Genozid verübende Barbaren darstellen will. (...) Lieber Orhan, ich gratuliere dir, umarme dich, mögest du mit deinem Mut lange leben."

Begeisterung bei skandinavischer Presse

Mit selten einmütiger und großer Begeisterung haben die skandinavischen Medien am Freitag die Vergabe des Literaturnobelpreises an den türkischen Autor Orhan Pamuk kommentiert. Die Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter" schrieb: "Orhan Pamuk wurde zum richtigen Zeitpunkt ausgezeichnet. Ein Preis für die Zukunft Europas. Pamuk hat Verwegenheit und Mut, die er beide anwendet, wenn er seine Romane und Essays schreibt."

Das "Svenska Dagbladet" meinte: "Es besteht kein Zweifel, dass Pamuk ein dynamischer und wichtiger Erzähler ist. Und dass seine Dynamik seiner Autorenschaft politische Konsequenzen hatte, ohne dass dies ausdrücklich seine Absicht gewesen wäre."

In Kopenhagen kommentierte die dänische Zeitung "Politiken": "Pamuk ist ein Autor, der kraft seiner Kunst sein Heimatland Türkei längst in Europa angemeldet hat, ungeachtet der EU, der Politik oder Gerichtsprozessen. Orhan Pamuk ist ein großer Nobelpreisträger."

Die durch ihre umstrittenen Mohammed-Karikaturen international bekannt gewordene "Jyllands-Posten" meinte: "Mit der Entscheidung für Pamuk hat die Schwedische Akademie es wie selten vermocht, das enorme Prestige und die politische Durchschlagskraft des Nobelpreises mit optimalem Gewicht und Timing einzusetzen. Scheint der Weg der Türkei nach Europa noch weit, so steht Pamuk als unabhängiger, kritischer Intellektueller nach schönsten westlichen Begriffen da."

Aftenposten: "Entscheidung greift in politische Wirklichkeit ein"

Die norwegische Zeitung "Aftenposten" kommentierte: "Die Vergabe des Literaturnobelpreises an den Türken Orhan Pamuk wird weit über die literarische Welt hinaus Bedeutung erlangen. Die Schwedische Akademie hat in diesem Jahr eine Entscheidung getroffen, die direkt in eine konfliktreiche politische und im weitesten Sinne kulturelle Wirklichkeit eingreift. (...) Hoffentlich hat der Preis auch positive Auswirkungen auf die Meinungsfreiheit in der Türkei und auf andere Personen, die Verfolgung ausgesetzt sind." (APA/dpa)

Share if you care.