Eierbauern klagen über Kosten

15. November 2006, 12:12
3 Postings

Die Zutaten für Weih­nachtskekse werden heuer teurer: Wegen gestie­gener Produktionskosten kosten Eier bald um bis zu vier Cent mehr

Wien - Die österreichischen Eierbauern haben mit ständig steigenden Produktionskosten zu kämpfen. Heuer kommen noch auf Grund der schlechteren Ernte deutlich höhere Futterkosten dazu. Benjamin Guggenberger von der Erzeugergemeinschaft Frischei (EZG) geht von einer Verteuerung bei Eiern zwischen zwei und vier Cent pro Ei je nach Haltungsform aus.

Derzeit kostet ein Ei aus Bodenhaltung im Supermarkt 20 bis 25 Cent netto, ein Ei aus Freilandhaltung 30 bis 35 Cent. Können die Eierbauern ihre Forderungen beim Handel durchsetzen, würden sich Eier um rund zehn Prozent verteuern. "Die Hälfte der Preissteigerung haben wir schon durchgesetzt", zeigte sich Guggenberger bei einer Pressekonferenz am Freitag zuversichtlich. Denn die Spanne bei Eiern für den Handel sei nach wie vor hoch: Nur ein Drittel des Konsumentenpreises bei Eiern landet beim Produzenten.

Markt im Umbruch

Der Eiermarkt in Österreich befindet sich derzeit im Umbruch. Als einziges EU-Land hat Österreich entschieden, mit 1. Jänner 2009 das Käfighaltungsverbot einzuführen. Bis dahin werden die heimischen Eierproduzenten 112 Mio. Euro in die Umstellung auf Alternativproduktion (Boden- oder Freilandhaltung) investieren. Derzeit kommen noch gut 30 Prozent der heimischen Eierproduktion aus Käfighaltung.

Derzeit werden in Österreich insgesamt 4,6 Mio. Legehennen kommerziell für den Eierverkauf gehalten, inklusive der kleinen Betriebe für die Eigenversorgung halten die Bauern hierzulande etwa 5,3 Mio. Legehennen. 1,4 Mio. Hennen werden in Käfigen gehalten, 1,7 Mio. in Bodenhaltung, 1 Mio. in Freilandhaltung und 500.000 in Bio-Freilandhaltung. Im Schnitt isst jeder Österreicher pro Jahr 227 Eier. Weltweit führt Mexiko mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 341 Eiern. Ein Drittel der heimischen Eier-Produktion wird in der Lebensmittelindustrie verarbeitet.

Tierschutzgesetz 2005

Seit 2005 ist es durch das Tierschutzgesetz bereits zu einer massiven Produktionsveränderung in Richtung Bodenhaltung gekommen, räumte Michael Wurzer von der ARGE der Geflügelwirtschaft (ZAG) ein. Daher gebe es mittlerweile sogar Engpässe bei Eiern aus Bodenhaltung, die importiert werden müssten. Der Selbstversorgungsgrad bei heimischen Frischeiern liegt bei etwa 74 Prozent und hat sich in den vergangenen Jahren um etwa 15 Prozent verringert, weil immer mehr Eierbauern mit der Produktion aufhören.

Gerhard Wlodkowski von der Landwirtschaftskammer Österreich forderte anlässlich des heutigen Tag des Eis, dass auch Produkte mit Eiern (wie etwa Biskotten oder Nudeln) dahingehend gekennzeichnet werden, aus welcher Haltungsform die Eier kommen. "Der Konsument soll frei entscheiden können, was er kauft", sagte Wlodkowki. Im Handel habe es bereits ein massives Umdenken gegeben, in der Verarbeitungsindustrie würden aber fast nur - billigere - Eier aus Käfighaltung verwendet.

Welt-Ei-Tag

Heute findet zum zehnten Mal der Welt-Ei-Tag statt. Jeden zweiten Freitag im Oktober - kurz bevor die Hauptverkaufsphase bei Eiern beginnt - wird dieser Tag, der übrigens eine Erfindung aus Österreich ist, begangen. Als Werbeträger wird in Österreich künftig auch ein Heißluftballon sozusagen als "Ei-Catcher" mit der Aufschrift "Ei-mal am Tag" eingesetzt. (APA)

Link
AMA
  • Artikelbild
    foto: ama
Share if you care.