Morddrohung gegen tschetschenische Friedensnobelpreis-Anwärterin

19. Oktober 2006, 15:22
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Juristin Jussupowa führte Prozesse wegen Übergriffen russischer Soldaten

Oslo/Moskau - Die tschetschenische Menschenrechtlerin Lidija Jussupowa, die als Kandidatin für den Friedensnobelpreis 2006 nominiert war, ist in Moskau mit dem Tod bedroht worden. Wie Jussupowa am Freitag in der norwegischen Zeitung "Aftenposten" angab, erhielt sie eine telefonische Morddrohung, kurz nachdem eine russische Zeitung über ihre Nominierung für den ebenfalls am Freitag in Oslo vergebenen heurigen Friedensnobelpreis berichtet hatte.

Gerichtsverfahren wegen Übergriffen

Die Juristin hatte in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny mehrere Gerichtsverfahren wegen Übergriffen durch russische Soldaten geführt und hat für ihren Einsatz mehrere Menschenrechtspreise erhalten. Jussupowa sagte in "Aftenposten", bei der Morddrohung sei sie aufgefordert worden, ihre Arbeit einzustellen und einen etwaigen Nobelpreis nicht anzunehmen.

Nach dem Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja müsse sie "alleine weitermachen" und habe wie alle Menschenrechtler, die sich mit Tschetschenien beschäftigen, große Angst. (APA/dpa/Red)

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