Bosnien: Bub verlor bei Explosion beide Hände

16. Oktober 2006, 11:38
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Immer noch Kriegsgerät in Haushalten: Sechsjähriger spielte in Garage mit Bombe - Behörden-Appell, Waffen abzugeben

Sanski Most - In Bosnien-Herzegowina sorgt mehr als zehn Jahre nach dem Friedensvertrag von Dayton immer noch Kriegsgerät für Lebensgefahr. Einem sechsjährigen Bub mussten am Donnerstag im Spital von Bihac beide Hände amputiert werden, nachdem er mit einer Bombe gespielt hatte und diese explodiert war. Laut einem Bericht der bosnischen Tageszeitung "Nezavisne Novine" hatte der Bub den Sprengsatz in einem alten Koffer in der Garage seines Elternhauses in Ferid Pijalic gefunden.

"Waffen abgeben"

Die Bombe war detoniert, weil der Sechsjährige den Sicherungsring abgezogen hatte. Das Kind erlitt schwere Verletzungen an den Händen und am Kopf, es bestand aber keine Lebensgefahr. Die Polizei richtete in Folge einen dringlichen Appell an die Bevölkerung illegale Waffen und anderes Kriegsmaterial aus dem Bosnien-Krieg bei den Behörden abzugeben. Dafür seien nach dem Amnestiegesetz auch Vergünstuigungen vorgesehen.

Der Ort Ferid Piljac gehört zur Gemeinde Sanski Most in der bosniakisch-kroatischen Föderation nahe der Grenze zum bosnisch-serbischen Landesteil (Republika Srpska). Bosnien-Herzegowina ist seit dem Dayton-Abkomen von 1995 in diese beiden Entitäten geteilt. (APA)

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