BP gibt Tankstellen ab und zieht von Wien weg

30. Oktober 2006, 13:07
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Unternehmenssitz ab Juli in Wiener Neudorf - 83 Tankstellen werden per April 2007 an Doppler Mineralöl übertragen

Wien - BP Austria, Tochter des gleichnamigen britischen Mineralölkonzerns, setzt den Schrumpfkurs fort. Knapp 100 Tankstellen werden verkauft, die Zahl der Mitarbeiter wird deutlich reduziert.

Grund sind Einsparungen in Millionenhöhe, die BP Austria zum europaweit laufenden Kostensenkungsprogramm des Konzerns beitragen muss. Auch der Unternehmenssitz wird verlegt: Ab Juli nächsten Jahres wird BP Austria nicht mehr am Wiener Schwarzenbergplatz Miete zahlen, sondern nach Wiener Neudorf übersiedeln. Dort ist im Gebäude der unternehmenseigenen Schmiermittelfirma Castrol noch Platz frei, was Kosten sparen hilft, wie dem Standard am Freitag vo n BP bestätigt wurde.

Mit April 2007 überträgt BP 83 Tankstellen an Doppler Mineralöl mit Sitz in Wels. Über den Verkaufspreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Für weitere elf Tankstellen in Tirol und Vorarlberg will BP bis Jahresende einen Käufer finden. Nach Abschluss des Deals mit Doppler wird es noch 522 Tankstellen in BP-Farben geben. 192 davon gehören BP selbst, mit den anderen bleibt das Unternehmen über Lieferverträge verknüpft.

33 neue Turmöl-Stationen

Doppler vergrößert sein Standortnetz mit dem jüngsten Zukauf auf rund 200. Von den 83 neuen Tankstellen will Doppler 50 unter der Marke BP weiterführen. Die verbleibenden 33 Stationen sollen auf die hauseigene Marke Turmöl umgerüstet werden.

Mit einem Marktanteil von 7,5 Prozent wird Doppler der größte private Tankstellenbetreiber des Landes. Durch weiteres Wachstum will Doppler den Marktanteil in den nächsten drei Jahren auf rund zehn Prozent ausbauen.

BP-Chef Hans Strassl hat im STANDARD-Gespräch Anfang des Jahres gesagt, Standorte müssten auch weiterentwickelt werden. BP wolle sich bei seinen Investitionen auf Standorte mit mindestens vier Millionen Liter Absatz pro Jahr konzentrieren. Außerdem müsste die Möglichkeit bestehen, Shops zu errichten, eventuell auch eine Autowaschanlage und Parkplätze.

Die Österreichtochter des britischen Energiekonzerns BP hat 2005 das zweite Jahr in Folge ein Minus hinnehmen müssen: der Jahresverlust ist auf 11,5 Mio. Euro, nach Minus 9,9 Mio. Euro 2004. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14./15.10.2006)

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