"Lula" führt Umfragen an: Aber Bruder wählt ihn nicht

24. Oktober 2006, 09:22
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Jackson Inácio da Silva: "Er hat mich als Präsident enttäuscht"

Rio de Janeiro - Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva liegt vor der Stichrunde der Präsidentenwahlen am 29. Oktober in der Wählergunst offenbar deutlich vorn. Nach einer am Donnerstagabend (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage des angesehenen Meinungsforschungsinstituts IBOPE wollen 57 Prozent der Brasilianer für den Bewerber der sozialistischen Partei der Arbeiter (PT) stimmen. Lulas Rivale Geraldo Alckmin von der Partei der Sozialdemokratie Brasiliens (PSDB) komme auf 43 Prozent, hieß es. Andere Institute kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Unter den Anhängern Alckmins ist allerdings auch einer der sieben Brüder des amtierenden Präsidenten. Jackson Inácio da Silva erklärte am Donnerstag gegenüber Medien, sein Bruder habe ihn als Präsident enttäuscht. Außerdem habe sich Lula seit Beginn seiner Amtszeit Anfang 2003 bei seiner gesamten Familie nicht blicken lassen.

"Lula" verfehlte absolute Mehrheit

Der frühere Gewerkschaftsboss Lula (60) hatte zwar den ersten Wahlgang am 1. Oktober mit 48,61 Prozent der Stimmen deutlich für sich entschieden, verfehlte aber überraschend die zur Wiederwahl nötige absolute Mehrheit. Der 53-jährige Alckmin, früher Gouverneur des Bundeslandes Sao Paulo, erhielt 41,64 Prozent. (APA/dpa)

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