Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch prozessiert gegen fristlose Entlassung

13. Oktober 2006, 13:24
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Streitwert: 800.000 Euro - Experten geben Verzetnitsch gute Chancen, "dem Grunde nach" zu obsiegen

Wien - Erste Runde im Rechtsstreit des ehemaligen, über die BAWAG-Affäre gestolperten ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch gegen seinen langjährigen Arbeitgeber: Am Freitag treffen sich die Streitparteien erstmals im Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG), wo Verzetnitsch eine Klage gegen die von seinem Nachfolger Rudolf Hundstorfer ausgesprochene fristlose Entlassung eingereicht hat. Streitwert: 800.000 Euro.

Verzetnitsch war am 27. März zurück getreten, nachdem er einräumen musste, mit ÖGB-Geldern eine Haftung für die desaströsen Karibik-Geschäfte der BAWAG übernommen zu haben. Am 30. April wurde die fristlose Entlassung ausgesprochen. Nach Ansicht einiger Rechtsexperten möglicherweise zu spät, da auf das Setzen von Entlassungsgründen binnen weniger Tage reagiert werden muss. Sie geben Verzetnitsch daher gute Chancen, als Sieger aus dem arbeitsrechtlichen Verfahren hervorzugehen.

Verfristete Entlassung

"Meinem Wissensstand zufolge war die Entlassung verfristet. Diese hätte viel früher erfolgen müssen. Es ist daher zu erwarten, dass Verzetnitsch dem Grunde nach Recht bekommen wird", so der Wiener Anwalt Harald Schuster im Gespräch mit der APA. Ob die geltend gemachten Ansprüche der Höhe nach zu Recht bestehen, werde das Verfahren klären.

Da es sich beim heutigen Termin um eine erste Tagsatzung handelt, in deren Rahmen vor allem eine außergerichtliche Streitbeilegung bzw. ein Vergleich erörtert werden sollen, hat Richter Wilfried Schwimmer außer den Rechtsvertretern des Klägers und der Beklagten keine Zeugen geladen. Dass Verzetnitsch erscheinen wird, ist daher eher unwahrscheinlich. (APA)

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