Tausende Armenier protestieren in Beirut gegen türkische UNO-Soldaten

16. Oktober 2006, 08:35
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Politischen und religiösen Führer der Volksgruppe: "Eine Beleidigung"

Beirut - Mehrere tausend Libanesen armenischer Herkunft haben am Donnerstag in Beirut gegen die Beteiligung der Türkei an der UNO-Friedenstruppe UNIFIL protestiert. Die Demonstranten, unter ihnen auch die politischen und religiösen Führer der Volksgruppe im Libanon, bezeichneten die türkische Militärpräsenz als "eine Beleidigung" für die 140.000 Armenier im Land. "Völkermord und Massaker: Die Definition der Türkei für Frieden", hieß es auf einem Transparent.

Die Türkei will sich mit etwa 700 Soldaten an der UNIFIL beteiligen, die den Waffenstillstand zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel absichern soll. Am Dienstag waren sieben türkische Offiziere im Libanon eingetroffen. Nur wenige Stunden vor der Demonstration in Beirut hatte die französische Nationalversammlung ein Gesetz gebilligt, das die Leugnung eines Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs unter Strafe stellt. (APA/dpa)

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    Tausend Libanesen armenischer Herkunft demonstrierten in Beirut.

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