Duell Melzer vs. Roddick perfekt

12. Oktober 2006, 21:51
7 Postings

Österreicher hatte mit Kubot kurz­zeitig Proble­me, der US-Amerikaner drehte Match gegen Gasquet - sie treffen sich im Viertelfinale

Wien - Müde von den Strapazen der vergangenen Wochen, aber durch: Jürgen Melzer hat am Donnerstagabend bei der BA-CA-Trophy in Wien (565.000 Euro) nach dem Erstrunden-Sieg über Juan Carlos Ferrero auch die zweite Hürde genommen. Zum zweiten Mal nach 2002 qualifizierte sich der 25-jährige Niederösterreicher durch ein 6:4,3:6,6:1 über den polnischen Qualifikanten Lukasz Kubot für das Wien-Viertelfinale. Nun steht ein Duell mit US-Superstar Andy Roddick (USA-3) an, der den Franzosen Richard Gasquet mit 6:7(5), 6:1 und 6:3 bezwang.

"Ich bin sehr müde, das muss ich ehrlich zugeben. Die Strapazen zuletzt waren groß, aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann geht immer noch ein bisschen mehr", meinte Melzer, der freilich ob des kaum bekannten, aber doch auch starken Gegners auch zusätzlichen Druck hatte. "Gegen einen Ferrero muss einen keiner motivieren, aber gegen Kubot war ich Favorit." Wenn er diese Partie verloren hätte, hätte jeder gesagt, wie kann man das nur verlieren - und dessen war er sich bewusst. Unabhängig davon, dass Kubot zuvor Sebastien Grosjean (FRA) in zwei Sets bezwungen hatte.

Melzer konnte an die überzeugende Leistung vom Vortag nicht aufschließen, doch er ließ sich auch von diversen Rückschlägen und Serviceverlusten nicht außer Tritt bringen. "Das ist der Beweis dafür, dass ich weiter bin als vor zwei, drei Monaten." Solche Matches hatte Melzer heuer schon mehrere verloren.

"Als wäre ein Lastwagen über mich drübergefahren"

Ein Break zum 3:2 im ersten Satz reichte Melzer zur 1:0-Satzführung, doch im zweiten Durchgang nützte auch ein Startbreak zum 1:0 nichts. Nach zwei Breaks und Rebreaks gelang Kubot zum 4:2 ein weiteres und der Weltranglisten-132. erzwang Satz drei. Melzer nahm Kubot den Aufschlag zum 3:1 ab und servierte dann endlich sicher zum 4:1. "Da habe ich dann gewusst, dass ich es heimspielen kann." Melzer war nach dem Erstrundenmatch am Vortag mit schweren Beinen aufgestanden. "Ich habe mich gefühlt, als wäre ein Lastwagen über mich drübergefahren."

Zwischenrufe bei Roddick-Match

US-Open-Finalist Roddick zeigte wieder eine überzeugende Leistung. "Ich habe die Bälle heute sogar noch besser getroffen als gestern. Im ersten Satz hatte ich ein bisschen Pech, aber in den Sätzen zwei und drei habe ich sehr gutes Tennis gespielt", analysierte Roddick zufrieden. Für Aufregung sorgte nur ein lauter Zwischenruf eines Zuschauers im Tie-Break, der Roddick bei seinem Aufschlag störte und diesen dann aus dem Konzept brachte.

"One day in Paris"

"Das ärgert mich schon, aber man kann da nichts machen. Es gab aber niemand mit dem man drüber sprechen kann außer dem Referee", erzählte Roddick, der sich auch bei weiteren Seitenwechseln im zweiten Satz beim Stuhlschiedsrichter beklagte. Freilich konnte auch dieser nichts daran ändern. Ein anderer Zwischenruf ("One day in Paris - Come on!") sorgte hingegen für Gelächter - selbst bei Roddick.

Auch im Viertelfinale am Freitag gegen Melzer ist der diesjährige Cincinnati-Sieger freilich großer Favorit, auch wenn der Niederösterreicher auf einer Erfolgswelle schwebt. Doch bisher fünf Begegnungen mit dem Texaner sprechen eine klare Sprache: 5:0 für Roddick. "Jede Serie ist dazu da, um gebrochen zu werden", sagte Melzer.

Roddick weiß freilich auch von der Serie seines Gegenübers am Freitag (nicht vor 16:30 Uhr). "Das wird definitiv auch nicht einfach. Er spielt sehr gut derzeit und hat einen Lauf." Dass im Gegensatz zu seinen bisherigen beiden Auftritten diesmal die Fans hinter Melzer stehen werden, erwartet er. "Da wäre auch etwas falsch, wenn es nicht so wäre." (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Melzer darf sich applaudieren, die Zeiten der unnötigen Niederlagen scheinen vorbei zu sein.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "A-Rod" zornig. Zwischenrufe brachten den US-Amerikaner aus dem Konzept.

Share if you care.