Deutsche Staatsanwaltschaft nennt CIA-Agenten im Fall El Masri

16. Oktober 2006, 08:32
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Weitere Schritte in Affäre um Entführung des Deutsch-Libanesen

Berlin - Die Münchner Staatsanwaltschaft hat Schritte gegen die CIA-Agenten unternommen, die für die Entführung des Deutschlibanesen Khaled El Masri verantwortlich sein sollen. In einem Schreiben an das Bundeskriminalamt wurden sämtliche Personalien der Tatverdächtigen aufgelistet. Der Sprecher der Behörde, Anton Winkler, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage eine Meldung des NDR-Magazins "Panorama".

"Wir haben dem Bund diese Personalien aus Gründen der Gefahrenabwehr mitgeteilt", sagte Oberstaatsanwalt August Stern dem Magazin. Damit solle die Möglichkeit geschaffen werden, die erneute Einreise der mutmaßlichen Kidnapper in die Bundesrepublik zu verhindern, hieß es in dem Bericht. Wie das genau geschehen soll, blieb allerdings unklar. Das Bundeskriminalamt und das Bundesinnenministerium wollten zu dem Bericht zunächst nicht Stellung nehmen.

Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte von der spanischen Justiz mehrere Namen mutmaßlicher CIA-Agenten übermittelt bekommen, die offenbar von Mallorca aus geheime Operationen durchführt hatten. El Masri war nach eigenen Angaben Anfang 2004 von der CIA nach Afghanistan verschleppt worden, weil man ihn für einen Terrorverdächtigen hielt. Nach eigener Darstellung musste er monatelange Haft, Verhöre und Folter erdulden, bis er wieder freikam. Er hat bereits vor dem BND-Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt, der am 19. Oktober wieder zusammentritt. (APA/AP)

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