Lohner inszeniert Musical

27. Oktober 2006, 15:58
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Ex-Josefstadt-Leiter führt bei "Les Miserables" bei den Festspielen Bad Hersfeld Regie

Bad Hersfeld - Bei den Festspielen im deutschen Bad Hersfeld geht 2007 "Faust" in die zweite Runde. Und zwar gleich in zweifacher Hinsicht: Torsten Fischers gefeierte Inszenierung von "Faust I" aus diesem Sommer wird wieder aufgenommen, derselbe Regisseur inszeniert auch "Faust II". Unter den Plänen, die von der österreichischen Intendantin Elke Hesse heute bekannt gegeben wurden, findet sich auch eine Musical-Inszenierung von Helmuth Lohner: Der ehemalige Leiter des Wiener Theaters in der Josefstadt inszeniert "Les Miserables" (Premiere: 14. Juni).

"Wir brauchen Regisseure mit Musiktheater- und Freilufterfahrung", schilderte Hesse, die erste Intendantin in der über 50-jährigen Festspielgeschichte, im Gespräch mit der APA, "bei Lohner ist das etwa durch seine Arbeit in Mörbisch und seine Operninszenierungen gegeben. Außerdem kennt er unsere Bühne: Er hat in den 1960er Jahren hier Don Carlos gespielt." Musical habe seit Ende der 1980er Jahre in Bad Hersfeld Tradition. "Ich versuche aber, auch einen Ausgleich zu schaffen." Etwa durch die Inszenierung der Shakespeare-Komödie "Wie es euch gefällt" durch Philipp Kochheim.

"Faust"-Projekt von Hans Gratzer bleibt im Zentrum des Spielplans

Weiterhin bleibt jedoch das noch vom verstorbenen Intendanten Hans Gratzer geplante "Faust"-Projekt im Zentrum des Spielplans. "Die Zuschauer sind Schlange gestanden", freut sich Hesse über einen Besucherrekord (107.855 Besucher) in ihrer ersten Saison, "auch unser Versuch, mit der 'Faust-Stadt' ganz Bad Hersfeld mit einzubeziehen, hat sich ausgezahlt. Das möchte ich fortsetzen. Und wir planen am 7. Juli auch eine lange Faust-Nacht, die um 21 Uhr beginnt und - mit einer langen Pause, in der man essen und trinken kann - bis in die Morgendämmerung hinein dauert." Die 1.600 Zuschauer sollen dabei in mehreren Zelten verköstigt werden.

Für Elke Hesse, die vier Monate im Jahr in Deutschland verbringt und im Rest des Jahres mindestens einmal pro Monat nach Bad Hersfeld pendelt ("Von Österreich kann man wunderbar mit dem ICE direkt hierher fahren!"), hat sich die erste Saison ausgezahlt. "Für uns alle war es äußerst positiv. Es ist zwar ein wahnsinniger Arbeitsaufwand, ein Mega-Ding, bei dem sehr viel improvisiert werden muss. Aber das schweißt auch zusammen. Und wir haben sehr viel Lob von allen Seiten bekommen." Bis Februar muss über eine eventuelle Vertragsverlängerung über 2008 hinaus entschieden werden. (APA)

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57. Bad Hersfelder Festspiele
9.6. bis 5.8.2007
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