Hauptverband: AUVA droht mit Austritt

16. Oktober 2006, 15:29
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Allgemeine Unfallversicherung schlittert immer weiter in die roten Zahlen

Wien - Die Allgemeine Unfallversicherung (AUVA), die die gesetzliche Absicherung aller Österreicher gegen Arbeitsunfälle darstellt, schlittert immer weiter in die roten Zahlen. Obmann Helmut Klomfar befürchtet im Jahr 2008 ein Defizit von 43,2 Mio Euro. Damit könnten die gesetzlich notwendigen Rücklagen zum ersten Mal nicht gedeckt werden.

„Ich fühle mich vom Hauptverband derzeit nicht vertreten, wenn es so weitergeht, überlege ich, auszutreten“, sagte Klomfar.

Dazu sagt Grünen-Sozialsprecher Karl Öllinger: „Die roten Zahlen der AUVA wurden von der Bundesregierung wissentlich herbeigeführt. Es ist unseriös, Finanzlöcher zu verschleiern, in dem Gelder so lange von liquiden Kassen zu defizitären Kassen hin- und hergeschoben werden, bis alle im Minus sind.“

Klomfar sagt, die Abschöpfung von 100 Millionen Euro zugunsten der Krankenkassen im Jahr 2005 sei nur ein Teil des Problems. Die eigentlichen Ursachen lägen woanders: im jährlichen, zu hoch angesetzten „Pauschbetrag“ für die Aufwendungen der Krankenkassen für die Behandlung von Arbeitsunfallopfern. Umgekehrt sei der Kostenersatz für Nichtarbeitsunfälle in AUVA-Krankenhäusern zu gering. (cs/DER STANDARD, Printausgabe, 13. Oktober 2006)

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