IKRK bestätigt Besuch bei ehemaligen CIA-Geheimgefangenen

26. Oktober 2006, 09:56
posten

Erstmals Zugang zu 14 ehemals in CIA-Geheimgefängnissen festgehaltenen Terrorverdächtigen

Genf - Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat bestätigt, dass es erstmals Zugang zu 14 ehemals in CIA-Geheimgefängnissen festgehaltenen Terrorverdächtigen bekommen hat. IKRK-Mitarbeiter hätten die mutmaßlichen Al-Kaida-Extremisten während ihres dreiwöchigen jüngsten Besuchs im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba gesehen, sagte der Sprecher der Hilfsorganisation, Vincent Lusser, am Freitag.

Unter den Gefangenen sind der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, der Pakistaner Khalid Sheikh Mohammed, sowie der als Chefplaner der Attentate geltenden Jemenit Ramsi Binalshibh und das mutmaßliche Al-Kaida-Führungsmitglied Abu Subaida. Das US-Verteidigungsministerium hatte bereits am Donnerstag über die Besuche berichtet. Bisher hatten die USA die Häftlinge internationaler Beobachtung entzogen.

"Die Hauptsache ist, dass wir sie registrieren können", sagte Lusser. "Wenn sie erst einmal in unserem System sind, werden wir den Fällen während der gesamten Dauer ihrer Gefangenschaft nachgehen." Details nannte der Sprecher nicht. Das IKRK behandelt seine Erkenntnisse über Gefangene üblicherweise vertraulich und gibt sie nur an die Behörden des jeweiligen Staates weiter.

Insgesamt hätten die Repräsentanten der Organisation bei dem am 25. September begonnen Besuch in Guantanamo 454 Gefangene gesehen, sagte Lusser. Alle hätten die Gelegenheit bekommen, ihren Familien durch die Organisation Briefe zu übermitteln.

US-Präsident George W. Bush hatte im vergangenen Monat die Existenz der umstrittenen Geheimgefängnisse des US-Auslandsgeheimdienstes eingeräumt. Wenige Tage zuvor waren die 14 Terrorverdächtigen nach Guantanamo gebracht worden. Damit befanden sich laut der US-Regierung keine Gefangenen mehr in den Geheimlagern.

Auf die Frage, ob das IKRK überzeugt sei, dass niemand mehr im Rahmen des CIA-Geheimprogramms festgehalten werde, sagte Lusser: "Wir überprüfen die Situation nach der kürzlichen US-Erklärung. Wir wären besorgt, wenn das Programm fortgesetzt oder wieder aufgenommen würde." (APA/Reuters)

Share if you care.