Blair erhöht bei Nordirland-Verhandlungen Druck auf Parteien

24. Oktober 2006, 13:08
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Britischer Premier will notfalls eigenen Plan für neue Regierung vorlegen

St. Andrews - In den Nordirland-Verhandlungen hat der britische Premierminister Tony Blair den Druck auf die Streitparteien erhöht. Sollten sich Protestanten und Katholiken nicht bis Freitagmittag einigen, werde Blair seinerseits einen Vorschlag vorlegen, sagte Blairs Sprecher am Donnerstag am Rande der Verhandlungen in der schottischen Stadt St. Andrews. Der Zeitplan für die Umsetzung dieses Vorschlags werde dann von beiden Seiten nur angenommen oder abgelehnt werden können. Blair und sein irischer Kollege Bertie Ahern hatten zuvor den 24. November als Frist für eine Einigung über eine neue nordirische All-Parteien-Regierung gesetzt.

Protestanten und Katholiken hatten nach dem Karfreitagsabkommen von 1998 eine gemeinsame Regionalregierung gebildet, die allerdings im Jahr 2002 wieder aufgelöst wurde. Seitdem steht die Krisenprovinz wieder unter direkter Verwaltung Großbritanniens. In den am Mittwoch begonnenen Gesprächen in Schottland zeichneten sich zwei große Schwierigkeiten ab: Die Partei der protestantischen Unionisten DUP verweigerte bislang die Beteiligung an einer Regierung mit der katholischen Sinn Fein. Sinn Fein ihrerseits verweigerte bisher ihre Unterstützung für einen Plan zur Reform der nordirischen Polizei, die traditionell von den Prostestanten dominiert wird. (APA)

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