Afghanistan lässt 16 ehemalige Guantanamo-Häftlinge frei

26. Oktober 2006, 09:56
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Gefangene berichten gegenüber Journalisten Misshandlungen

Kabul - Afghanistan hat am Donnerstag 16 ehemalige Häftlinge des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo freigelassen. Die Männer wurden kürzlich von den USA an ihr Heimatland ausgeliefert. Mehrere der bärtigen Männer im Alter von 25 bis 55 Jahren berichteten Journalisten in Kabul, sie seien während ihres Gefängnisaufenthaltes in Guantanamo sehr schlecht von den US-Militärs behandelt worden.

Auch nach der Auslieferung nach Afghanistan habe das nicht aufgehört. "Hier wurden wir körperlich misshandelt, aber in Guantanamo wurden wir psychisch fertig gemacht", sagte der Arzt Sayed Mohammed Ali Schah. Er saß vier Jahre hinter Gittern - nach eigenen Angaben, weil ein Landsmann falsche Informationen über ihn an die US-Soldaten weitergegeben hatte.

Bevor die 16 Männer von den afghanischen Behörden in die Freiheit entlassen wurden, saßen sie noch einige Tage in Kabul in Haft. Sie wurden 2001 von US-Truppen gefangen genommen, weil sie unter Verdacht standen, für die Taliban gekämpft zu haben.

Die meisten der Guantanamo-Häftlinge wurden beim Sturz der Taliban 2001 festgenommen. Das Lager auf dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba wird international heftig kritisiert, da die Männer auf unbestimmte Zeit und ohne Anklage festgehalten werden. (APA/Reuters)

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