Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Russland

16. Oktober 2006, 19:18
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200.000 Euro Entschädigung an Angehörige von durch russische Soldaten ermordeter Familie

Straßburg - Russland hat mit der Tötung von fünf Tschetschenen durch russische Soldaten gegen die Menschenrechtskonvention verstoßen. Dafür muss die Regierung in Moskau den Angehörigen der Toten Entschädigungen von insgesamt über 200.000 Euro zahlen. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Donnerstag in Straßburg.

Die zwischen zehn und 72 Jahre alten Opfer, alle Mitglieder einer Familie, waren 2000 in Grosny nach einer "Säuberungsaktion" russischer Truppen in ihrem Haus erschossen aufgefunden worden. Die russische Regierung habe nicht abgestritten, dass die Menschen Opfer illegaler Morde geworden seien, hieß es in der Urteilsbegründung. Der russische Staat sei für diese Todesfälle verantwortlich, weil er "den Einsatz tödlicher Gewalt seiner Soldaten nicht rechtfertigen konnte". Außerdem habe die russische Justiz keine effektiven Ermittlungen durchgeführt, um die Todesfälle zu klären. (APA/dpa)

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