Gewässerschutz: EU will natürlichen Zustand bis 2015 wiederherstellen

31. Oktober 2006, 10:55
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Mitgliedsländer müssen künftig jede Veränderung des Zustandes der Gewässer in Brüssel bekannt geben - Österreichs Wasser "ziemlich gut"

Salzburg - Auf Grund der EU-Wasser-Rahmenrichtlinie werde die Ökologie in den Gewässern nachhaltig verbessert, erklärte der Salzburger Umweltreferent LHStv. Othmar Raus (SPÖ).

Bis 2015 müsse der natürliche Zustand wiederhergestellt sein, in Ausnahmen könne die Frist bis längstens 2027 verlängert werden, so Andreas Unterweger vom Referat Gewässerschutz. "Die Durchgängigkeit für die Fische muss gewahrt bleiben" - ausgenommen seien nur der Hochwasserschutz, die Wasserkraft sowie Schifffahrt.

Der Gewässerzustand wird nicht nur an den Bund, sondern auch nach Brüssel übermittelt. Sobald feststeht, wie es um die Gewässer steht, werden konkrete Maßnahmenkataloge erstellt, um nach und nach den Zustand belasteter Gewässer zu verbessern. Die EU-Mitgliedsländer müssen künftig jede Veränderung des Zustandes der Gewässer in Brüssel bekannt geben. Ziel sei eine Transparenz der Zustandsentwicklung der Gewässer im EU-Raum. Bei Nichteinhaltung der WRRL sei das Streichen der Subventionen als Sanktion zur Folge.

Wasserqualität heimischer Flüsse weiter verbessert

Dass es Österreichs Flüssen ziemlich gut gehe, ließ indes das Überwachungsprogramm "Gewässergüte in Österreich" wissen. Demnach waren im Vorjahr 88 Prozent des gesamten Fließgewässernetzes "kaum bis mäßig" verunreinigt. Die Wasserqualität habe sich in den vergangenen fünf Jahren wieder leicht verbessert.

Minimaler Anteil stark belastet

Lediglich elf Prozent der Fließgewässer in Österreich sind der Güteklasse II bis III zuzuordnen. Nur mehr ein minimaler Anteil - rund ein Prozent - ist so stark belastet, dass er Güteklasse III aufweist. "Seit 2001 konnten überhaupt keine übermäßigen Verschmutzungen in Österreich festgestellt werden, es gibt keine Gewässer mit Güteklasse III bis IV bzw. mit Güteklasse IV", kommentierte Umweltminister Pröll am Freitag die Ergebnisse.

Die Verbesserung der Situation zeigt sich am deutlichsten in der Güteklasse I bis II. Hier wurde der Anteil am gesamten Fließgewässernetz um sieben Prozentpunkte auf 35 Prozent gesteigert. Dies resultiert vor allem aus dem Rückgang in der Güteklasse II um sechs Prozentpunkte (von 55 Prozent auf 49 Prozent) sowie einer Reduktion der Anteile an der Güteklasse II bis III um einen Prozentpunkt (auf elf Prozent).

Im Osten Problembereiche

Der Anteil jener Flussabschnitte, die eine massive Belastung mit leicht abbaubaren organischen Stoffen aufweisen, ist seit den siebziger Jahren stark zurückgegangen. Diese positive Entwicklung ist laut Umweltministerium in erster Linie auf abwassertechnische Maßnahmen, wie etwa der Errichtung kommunaler Kläranlagen, zurückzuführen. Güteprobleme gebe es vor allem noch dort, wo Siedlungen und abwassertechnische Betriebe an Gewässern mit geringer Wasserführung liegen, insbesondere in Ostösterreich. (APA)

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